Fotos lasern: Material, Bildvorbereitung und Dithering

Software & Dateien7 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

Ein Foto auf Holz oder Schiefer ist eines der beliebtesten Laserprojekte und gleichzeitig eines der zickigsten. Der Laser kann an einer Stelle nur brennen oder nicht brennen. Damit trotzdem Grautöne entstehen, muss die Software das Bild umrechnen. Diese Anleitung zeigt, worauf es dabei ankommt: Material, Bildvorbereitung, Linienabstand, Bildmodus und ein Testraster.

Welches Material sich eignet

Ein Foto braucht eine gleichmäßige Fläche mit gutem Kontrast. Alles, was selbst Struktur oder Farbunterschiede mitbringt, konkurriert mit dem Bild.

MaterialEignungWorauf du achten musst
Ahorn, Linde, Erlesehr guthell und ruhig gemasert, Gravur wird dunkel
Birkensperrholz mit gutem DeckfurniergutLeimnester und Maserung prüfen
Kiefer, Fichteschlechtharte Jahresringe machen das Bild streifig
Schiefersehr gutGravur wird hell, Bild invertieren
eloxiertes Aluminium, dunkelsehr gutGravur wird hell, feiner Linienabstand möglich
Leder, pflanzlich gegerbt, hellgutGravur dunkel, nur sicheres Leder verwenden
Fliesen mit Beschichtungmöglicheigene Technik, nur mit Testfliese
Glaseher nichtmattiert nur, feine Grautöne gehen verloren

Bei Holz entscheidet die Maserung. Dichte Spätholzringe verbrennen anders als das weiche Holz dazwischen, das sieht man in Gesichtern sofort. Mehr dazu in Holz lasern. Für Leder gilt: Chromgegerbtes Leder und viele Kunstleder gehören nicht in den Laser, siehe Leder lasern.

Fliesen werden für Fotos meist beschichtet. Bei der sogenannten Norton-White-Tile-Methode sprühst du eine Farbe mit Titandioxid auf eine weiße Fliese, der Laser schmilzt sie dort, wo er auftrifft, dunkel in die Glasur ein, und den Rest wäschst du ab. Die Beschreibung von OMTech bezieht sich auf CO₂-Laser mit feinem Fokus. Ob es mit deinem Gerät klappt, zeigt nur ein Test.

Glas ist für Fotos die schwierigste Wahl. Ein CO₂-Laser mattiert die Oberfläche, ein Diodenlaser braucht auf Klarglas eine Beschichtung. Feine Abstufungen in Hauttönen bleiben dabei selten erhalten. Details stehen in Glas, Stein und Schiefer lasern.

Bild vorbereiten

Ein Foto, das am Bildschirm gut aussieht, wird auf Holz fast immer zu dunkel. Holz hat einen eigenen Grundton, und gebrannte Punkte laufen etwas ineinander. Bearbeite das Bild deshalb vorher, in einem Bildprogramm oder direkt in der Lasersoftware.

  1. Ausschnitt: Schneide eng auf das Motiv zu. Ein Gesicht soll einen großen Teil der Fläche füllen, kleine Gesichter in einer Gruppe verlieren auf 10 cm Breite jedes Detail.
  2. Auflösung prüfen: xTool empfiehlt mindestens 1.000 × 1.000 Pixel. Ein unscharfes Handyfoto wird durch den Laser nicht besser.
  3. Hintergrund: Unruhige Hintergründe entfernen oder stark aufhellen. Das lenkt den Blick aufs Motiv und spart Laserzeit.
  4. Graustufen: Bild in Graustufen umwandeln, Farben kann der Laser nicht.
  5. Helligkeit und Kontrast: Mitteltöne deutlich aufhellen und Kontrast anheben. Die dunkelsten Schatten sollten nicht reines Schwarz sein, sonst verschwinden dort alle Details.
  6. Schärfen: Leicht nachschärfen, etwa mit Unscharf maskieren. Kanten wie Augen und Haare bleiben so nach der Gravur sichtbar.

LightBurn hat dafür das Werkzeug “Adjust Image” mit Helligkeit, Kontrast und Gamma, xTool Studio bietet ähnliche Regler beim Bild. Allgemeines zu Dateiformaten steht in Laser-Dateien vorbereiten.

Linienabstand, DPI und Punktgröße

Der Laser fährt das Bild Zeile für Zeile ab. Der Linienabstand legt fest, wie weit die Zeilen auseinanderliegen. Laut LightBurn-Dokumentation gilt: DPI = 25,4 geteilt durch den Linienabstand in mm.

LinienabstandDPILinien pro cm (xTool)
0,2 mm12750
0,1 mm254100
0,08 mm318125
0,05 mm508200

Der richtige Wert hängt von der Größe deines Laserpunkts ab. Ideal ist laut LightBurn ein Abstand, bei dem sich die Zeilen gerade berühren, ohne Lücken und ohne Überlappung. Überlappen sie, wird das Bild zu dunkel. Bleiben Lücken, wirkt es blass und streifig.

Ein Beispiel: Ortur gibt für den Laser Master 3 20W einen Punkt von 0,08 × 0,08 mm an, Sculpfun für den S30 Ultra 33W 0,08 × 0,10 mm. Rechnerisch landest du bei 0,08 bis 0,1 mm Linienabstand, also rund 250 bis 320 DPI. Das sind Nennwerte des Herstellers. Wie breit der gebrannte Punkt auf deinem Material wirklich wird, hängt von Fokus, Leistung und Material ab. LightBurn empfiehlt deshalb den Interval Test im Bereich von 120 bis 300 DPI.

Für Feinarbeit kennt LightBurn noch die Dot Width Correction. Sie kürzt die Brennstrecken, weil der Strahl Punkte länger macht, als sie sein sollen. Ideal ist laut Dokumentation etwa die halbe Strahlbreite, maximal der Linienabstand.

Bildmodi: Graustufen oder Dithering

Graustufen wenig Energie viel Energie jeder Punkt gebrannt, Leistung je Punkt verschieden Dithering wenig Energie viel Energie Punkt an oder aus, Grauton über die Punktdichte
Schematische Darstellung desselben Verlaufs, auf Holz von hell nach dunkel. Links ändert der Laser die Leistung je Punkt, rechts brennt er jeden Punkt voll oder gar nicht und erzeugt den Grauton über die Punktdichte.

Es gibt zwei Wege, Grautöne zu erzeugen.

Graustufen (Grayscale): Der Laser ändert die Leistung je Pixel zwischen Minimal- und Maximalleistung. Das klappt nur, wenn das Material gleichmäßig auf kleine Leistungsunterschiede reagiert. Laut LightBurn kann ein Diodenlaser damit sehr gute Abstufungen erzeugen, ist aber schwerer einzustellen als beim Dithering. Bei CO₂-Lasern führt Graustufen eher zu unterschiedlich tiefer Gravur, also 3D-Effekten, statt zu Schattierung. xTool dagegen nennt Graustufen in xTool Studio als Standard und empfiehlt den Modus ausdrücklich für Blaulicht, also Diodenlaser. Beides stimmt für das jeweilige System: Probiere es auf deinem Gerät aus.

Dithering: Jeder Punkt wird entweder gebrannt oder nicht. Der Grauton entsteht über die Dichte, wie beim Zeitungsdruck. Dabei gibt es zwei Familien.

  • Fehlerdiffusion (Floyd-Steinberg, Jarvis, Stucki, Sierra, Atkinson): Die Software verteilt den Rundungsfehler jedes Pixels auf die Nachbarpixel. Floyd-Steinberg nutzt wenige Nachbarn und erzeugt feine, wellige Muster. Jarvis verteilt laut xTool auf 12 Nachbarpixel und wirkt weicher. Stucki ist ähnlich, etwas schärfer und laut LightBurn schneller zu berechnen.
  • Geordnet (Ordered, Halftone, Newsprint): Ein festes Raster bestimmt, wo Punkte sitzen. Das Muster ist gleichmäßig, aber sichtbar.
ModusLightBurnxTool StudioWann
JarvisJarvisJarviserste Wahl für Fotos mit weichen Verläufen, laut LightBurn meist die beste
StuckiStuckiStuckiFotos, etwas schärfer, Schwächen in den Mitteltönen
Floyd-Steinberg bzw. einfache FehlerdiffusionDither (Verfahren nicht näher benannt)Floyddetailreiche Bilder, LightBurn nennt Dither sehr gut für Fotos
AtkinsonAtkinsonAtkinsonMotive mit Flächen, verliert sehr helle und sehr dunkle Bereiche
OrderedOrderedBayerGrafiken mit großen Flächen, gleichmäßiges Raster
Halftone, Newsprintjaneindekorativer Rasterlook, braucht hohe DPI
GraustufenGrayscaleGrayscalegleichmäßig reagierende Materialien, bei Diode testen
ThresholdThresholdneinnur Schwarz und Weiß, für Logos, nicht für Fotos

Faustregel für den Start: Jarvis bei Holz und Leder, auf Schiefer und eloxiertem Alu ebenfalls Jarvis oder Stucki. Wenn das Bild zu fleckig wirkt, Atkinson oder Graustufen testen.

Startwerte als Ausgangspunkt

Die folgenden Spannen sind Faustwerte für dein erstes Testraster, keine Herstellerangaben. Sie gelten für Dithering auf hellem Holz wie Linde oder Ahorn. Materialprofile deines Herstellers haben Vorrang.

GerätLeistungTempoLinienabstand
10 W Diode40 bis 70 %100 bis 200 mm/s0,08 bis 0,1 mm
20 W Diode30 bis 60 %150 bis 300 mm/s0,08 bis 0,1 mm
40 W Diode25 bis 50 %200 bis 400 mm/s0,08 bis 0,1 mm
40 bis 55 W CO₂15 bis 30 %200 bis 400 mm/s0,1 mm

Zum Vergleich ein veröffentlichtes Beispiel aus dem Foto-Kurs von xTool: Lindenholz mit Leistung 55, Tempo 160, 100 Linien pro cm und Jarvis. Ein Gerät nennt xTool dazu nicht. Für Schiefer findest du Startwerte in Glas, Stein und Schiefer lasern, für eloxiertes Alu in Metall lasern.

So gehst du vor:

  1. Fokus sauber einstellen, siehe Laser-Fokus.
  2. Materialtest mit Leistung und Tempo auf einem Reststück, Ziel: dunkel, aber nicht tief verkohlt.
  3. Interval Test für den Linienabstand.
  4. Einen kleinen Ausschnitt des Fotos gravieren. xTool empfiehlt dafür die Augenpartie, weil man dort Details am besten beurteilt.
  5. Erst dann das ganze Bild.

Holz und Schiefer: genau umgekehrt

Auf Holz wird die gebrannte Stelle dunkel. Das Foto kann also so bleiben, wie es ist: dunkle Bildstellen bekommen viele Punkte.

Auf Schiefer, dunklem Granit und dunkel eloxiertem Aluminium ist es umgekehrt. Der Laser hellt die Oberfläche auf. Ohne Anpassung entsteht ein Negativ. Deshalb invertierst du das Bild:

  • LightBurn: In den Ebenen-Einstellungen des Bilds “Negative Image” aktivieren. LightBurn nennt dafür ausdrücklich Schiefer und Glas. Mit dem Schalter “Preview Invert” siehst du in der Vorschau, wie es auf dunklem Untergrund wirkt.
  • xTool Studio: Bild auswählen und “Invert color” einschalten. xTool rät: erst invertieren, dann die Grauwerte anpassen. Wird das Material beim Lasern dunkler, nicht invertieren.

Nach dem Lasern auf Schiefer den Staub abwischen. Ein paar Tropfen Öl dunkeln den Stein nach und heben den Kontrast.

Häufige Fehler

FehlerUrsacheAbhilfe
Bild zu dunkel, Gesicht wird zum Fleckzu viel Leistung, Linienabstand zu klein, Foto nicht aufgehelltMitteltöne aufhellen, Abstand vergrößern, Leistung senken oder schneller fahren
matschig, keine DetailsFokus unscharf, Punkte laufen ineinander, Foto zu weichFokus prüfen, leicht schärfen, Dot Width Correction testen
blass, verwaschenzu wenig Energie, Abstand zu groß, wenig Kontrast im FotoKontrast erhöhen, Leistung erhöhen, Abstand verkleinern
Streifen quer zum BildLücken zwischen Zeilen, Maserung, MechanikInterval Test, ruhigeres Holz, siehe Ungleichmäßige Gravur
dunkle Ränder links und rechtskein OverscanOverscanning aktivieren, siehe Ungleichmäßige Gravur
gelbbraune Schleier ums BildRauch und HarzAir Assist, Abdeckung, siehe Brandspuren
Negativ auf SchieferBild nicht invertiertNegative Image oder Invert color einschalten

Kurz zusammengefasst

  • Helles, ruhiges Holz, Schiefer oder dunkel eloxiertes Alu wählen.
  • Foto zuschneiden, Hintergrund beruhigen, Mitteltöne aufhellen, leicht schärfen.
  • Linienabstand passend zum Laserpunkt, meist 0,08 bis 0,1 mm bei Diodenlasern, per Interval Test bestätigen.
  • Jarvis als Startmodus, Graustufen auf deinem Gerät testen.
  • Auf Schiefer und dunklem Alu das Bild invertieren.
  • Immer erst einen Ausschnitt auf einem Reststück gravieren.

Weiter mit: Laser-Parameter, LightBurn und Gravieren, Schneiden, Markieren.

Quellen (7)