Fotos lasern: Material, Bildvorbereitung und Dithering
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Ein Foto auf Holz oder Schiefer ist eines der beliebtesten Laserprojekte und gleichzeitig eines der zickigsten. Der Laser kann an einer Stelle nur brennen oder nicht brennen. Damit trotzdem Grautöne entstehen, muss die Software das Bild umrechnen. Diese Anleitung zeigt, worauf es dabei ankommt: Material, Bildvorbereitung, Linienabstand, Bildmodus und ein Testraster.
Welches Material sich eignet
Ein Foto braucht eine gleichmäßige Fläche mit gutem Kontrast. Alles, was selbst Struktur oder Farbunterschiede mitbringt, konkurriert mit dem Bild.
| Material | Eignung | Worauf du achten musst |
|---|---|---|
| Ahorn, Linde, Erle | sehr gut | hell und ruhig gemasert, Gravur wird dunkel |
| Birkensperrholz mit gutem Deckfurnier | gut | Leimnester und Maserung prüfen |
| Kiefer, Fichte | schlecht | harte Jahresringe machen das Bild streifig |
| Schiefer | sehr gut | Gravur wird hell, Bild invertieren |
| eloxiertes Aluminium, dunkel | sehr gut | Gravur wird hell, feiner Linienabstand möglich |
| Leder, pflanzlich gegerbt, hell | gut | Gravur dunkel, nur sicheres Leder verwenden |
| Fliesen mit Beschichtung | möglich | eigene Technik, nur mit Testfliese |
| Glas | eher nicht | mattiert nur, feine Grautöne gehen verloren |
Bei Holz entscheidet die Maserung. Dichte Spätholzringe verbrennen anders als das weiche Holz dazwischen, das sieht man in Gesichtern sofort. Mehr dazu in Holz lasern. Für Leder gilt: Chromgegerbtes Leder und viele Kunstleder gehören nicht in den Laser, siehe Leder lasern.
Fliesen werden für Fotos meist beschichtet. Bei der sogenannten Norton-White-Tile-Methode sprühst du eine Farbe mit Titandioxid auf eine weiße Fliese, der Laser schmilzt sie dort, wo er auftrifft, dunkel in die Glasur ein, und den Rest wäschst du ab. Die Beschreibung von OMTech bezieht sich auf CO₂-Laser mit feinem Fokus. Ob es mit deinem Gerät klappt, zeigt nur ein Test.
Glas ist für Fotos die schwierigste Wahl. Ein CO₂-Laser mattiert die Oberfläche, ein Diodenlaser braucht auf Klarglas eine Beschichtung. Feine Abstufungen in Hauttönen bleiben dabei selten erhalten. Details stehen in Glas, Stein und Schiefer lasern.
Bild vorbereiten
Ein Foto, das am Bildschirm gut aussieht, wird auf Holz fast immer zu dunkel. Holz hat einen eigenen Grundton, und gebrannte Punkte laufen etwas ineinander. Bearbeite das Bild deshalb vorher, in einem Bildprogramm oder direkt in der Lasersoftware.
- Ausschnitt: Schneide eng auf das Motiv zu. Ein Gesicht soll einen großen Teil der Fläche füllen, kleine Gesichter in einer Gruppe verlieren auf 10 cm Breite jedes Detail.
- Auflösung prüfen: xTool empfiehlt mindestens 1.000 × 1.000 Pixel. Ein unscharfes Handyfoto wird durch den Laser nicht besser.
- Hintergrund: Unruhige Hintergründe entfernen oder stark aufhellen. Das lenkt den Blick aufs Motiv und spart Laserzeit.
- Graustufen: Bild in Graustufen umwandeln, Farben kann der Laser nicht.
- Helligkeit und Kontrast: Mitteltöne deutlich aufhellen und Kontrast anheben. Die dunkelsten Schatten sollten nicht reines Schwarz sein, sonst verschwinden dort alle Details.
- Schärfen: Leicht nachschärfen, etwa mit Unscharf maskieren. Kanten wie Augen und Haare bleiben so nach der Gravur sichtbar.
LightBurn hat dafür das Werkzeug “Adjust Image” mit Helligkeit, Kontrast und Gamma, xTool Studio bietet ähnliche Regler beim Bild. Allgemeines zu Dateiformaten steht in Laser-Dateien vorbereiten.
Linienabstand, DPI und Punktgröße
Der Laser fährt das Bild Zeile für Zeile ab. Der Linienabstand legt fest, wie weit die Zeilen auseinanderliegen. Laut LightBurn-Dokumentation gilt: DPI = 25,4 geteilt durch den Linienabstand in mm.
| Linienabstand | DPI | Linien pro cm (xTool) |
|---|---|---|
| 0,2 mm | 127 | 50 |
| 0,1 mm | 254 | 100 |
| 0,08 mm | 318 | 125 |
| 0,05 mm | 508 | 200 |
Der richtige Wert hängt von der Größe deines Laserpunkts ab. Ideal ist laut LightBurn ein Abstand, bei dem sich die Zeilen gerade berühren, ohne Lücken und ohne Überlappung. Überlappen sie, wird das Bild zu dunkel. Bleiben Lücken, wirkt es blass und streifig.
Ein Beispiel: Ortur gibt für den Laser Master 3 20W einen Punkt von 0,08 × 0,08 mm an, Sculpfun für den S30 Ultra 33W 0,08 × 0,10 mm. Rechnerisch landest du bei 0,08 bis 0,1 mm Linienabstand, also rund 250 bis 320 DPI. Das sind Nennwerte des Herstellers. Wie breit der gebrannte Punkt auf deinem Material wirklich wird, hängt von Fokus, Leistung und Material ab. LightBurn empfiehlt deshalb den Interval Test im Bereich von 120 bis 300 DPI.
Für Feinarbeit kennt LightBurn noch die Dot Width Correction. Sie kürzt die Brennstrecken, weil der Strahl Punkte länger macht, als sie sein sollen. Ideal ist laut Dokumentation etwa die halbe Strahlbreite, maximal der Linienabstand.
Bildmodi: Graustufen oder Dithering
Es gibt zwei Wege, Grautöne zu erzeugen.
Graustufen (Grayscale): Der Laser ändert die Leistung je Pixel zwischen Minimal- und Maximalleistung. Das klappt nur, wenn das Material gleichmäßig auf kleine Leistungsunterschiede reagiert. Laut LightBurn kann ein Diodenlaser damit sehr gute Abstufungen erzeugen, ist aber schwerer einzustellen als beim Dithering. Bei CO₂-Lasern führt Graustufen eher zu unterschiedlich tiefer Gravur, also 3D-Effekten, statt zu Schattierung. xTool dagegen nennt Graustufen in xTool Studio als Standard und empfiehlt den Modus ausdrücklich für Blaulicht, also Diodenlaser. Beides stimmt für das jeweilige System: Probiere es auf deinem Gerät aus.
Dithering: Jeder Punkt wird entweder gebrannt oder nicht. Der Grauton entsteht über die Dichte, wie beim Zeitungsdruck. Dabei gibt es zwei Familien.
- Fehlerdiffusion (Floyd-Steinberg, Jarvis, Stucki, Sierra, Atkinson): Die Software verteilt den Rundungsfehler jedes Pixels auf die Nachbarpixel. Floyd-Steinberg nutzt wenige Nachbarn und erzeugt feine, wellige Muster. Jarvis verteilt laut xTool auf 12 Nachbarpixel und wirkt weicher. Stucki ist ähnlich, etwas schärfer und laut LightBurn schneller zu berechnen.
- Geordnet (Ordered, Halftone, Newsprint): Ein festes Raster bestimmt, wo Punkte sitzen. Das Muster ist gleichmäßig, aber sichtbar.
| Modus | LightBurn | xTool Studio | Wann |
|---|---|---|---|
| Jarvis | Jarvis | Jarvis | erste Wahl für Fotos mit weichen Verläufen, laut LightBurn meist die beste |
| Stucki | Stucki | Stucki | Fotos, etwas schärfer, Schwächen in den Mitteltönen |
| Floyd-Steinberg bzw. einfache Fehlerdiffusion | Dither (Verfahren nicht näher benannt) | Floyd | detailreiche Bilder, LightBurn nennt Dither sehr gut für Fotos |
| Atkinson | Atkinson | Atkinson | Motive mit Flächen, verliert sehr helle und sehr dunkle Bereiche |
| Ordered | Ordered | Bayer | Grafiken mit großen Flächen, gleichmäßiges Raster |
| Halftone, Newsprint | ja | nein | dekorativer Rasterlook, braucht hohe DPI |
| Graustufen | Grayscale | Grayscale | gleichmäßig reagierende Materialien, bei Diode testen |
| Threshold | Threshold | nein | nur Schwarz und Weiß, für Logos, nicht für Fotos |
Faustregel für den Start: Jarvis bei Holz und Leder, auf Schiefer und eloxiertem Alu ebenfalls Jarvis oder Stucki. Wenn das Bild zu fleckig wirkt, Atkinson oder Graustufen testen.
Startwerte als Ausgangspunkt
Die folgenden Spannen sind Faustwerte für dein erstes Testraster, keine Herstellerangaben. Sie gelten für Dithering auf hellem Holz wie Linde oder Ahorn. Materialprofile deines Herstellers haben Vorrang.
| Gerät | Leistung | Tempo | Linienabstand |
|---|---|---|---|
| 10 W Diode | 40 bis 70 % | 100 bis 200 mm/s | 0,08 bis 0,1 mm |
| 20 W Diode | 30 bis 60 % | 150 bis 300 mm/s | 0,08 bis 0,1 mm |
| 40 W Diode | 25 bis 50 % | 200 bis 400 mm/s | 0,08 bis 0,1 mm |
| 40 bis 55 W CO₂ | 15 bis 30 % | 200 bis 400 mm/s | 0,1 mm |
Zum Vergleich ein veröffentlichtes Beispiel aus dem Foto-Kurs von xTool: Lindenholz mit Leistung 55, Tempo 160, 100 Linien pro cm und Jarvis. Ein Gerät nennt xTool dazu nicht. Für Schiefer findest du Startwerte in Glas, Stein und Schiefer lasern, für eloxiertes Alu in Metall lasern.
So gehst du vor:
- Fokus sauber einstellen, siehe Laser-Fokus.
- Materialtest mit Leistung und Tempo auf einem Reststück, Ziel: dunkel, aber nicht tief verkohlt.
- Interval Test für den Linienabstand.
- Einen kleinen Ausschnitt des Fotos gravieren. xTool empfiehlt dafür die Augenpartie, weil man dort Details am besten beurteilt.
- Erst dann das ganze Bild.
Holz und Schiefer: genau umgekehrt
Auf Holz wird die gebrannte Stelle dunkel. Das Foto kann also so bleiben, wie es ist: dunkle Bildstellen bekommen viele Punkte.
Auf Schiefer, dunklem Granit und dunkel eloxiertem Aluminium ist es umgekehrt. Der Laser hellt die Oberfläche auf. Ohne Anpassung entsteht ein Negativ. Deshalb invertierst du das Bild:
- LightBurn: In den Ebenen-Einstellungen des Bilds “Negative Image” aktivieren. LightBurn nennt dafür ausdrücklich Schiefer und Glas. Mit dem Schalter “Preview Invert” siehst du in der Vorschau, wie es auf dunklem Untergrund wirkt.
- xTool Studio: Bild auswählen und “Invert color” einschalten. xTool rät: erst invertieren, dann die Grauwerte anpassen. Wird das Material beim Lasern dunkler, nicht invertieren.
Nach dem Lasern auf Schiefer den Staub abwischen. Ein paar Tropfen Öl dunkeln den Stein nach und heben den Kontrast.
Häufige Fehler
| Fehler | Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Bild zu dunkel, Gesicht wird zum Fleck | zu viel Leistung, Linienabstand zu klein, Foto nicht aufgehellt | Mitteltöne aufhellen, Abstand vergrößern, Leistung senken oder schneller fahren |
| matschig, keine Details | Fokus unscharf, Punkte laufen ineinander, Foto zu weich | Fokus prüfen, leicht schärfen, Dot Width Correction testen |
| blass, verwaschen | zu wenig Energie, Abstand zu groß, wenig Kontrast im Foto | Kontrast erhöhen, Leistung erhöhen, Abstand verkleinern |
| Streifen quer zum Bild | Lücken zwischen Zeilen, Maserung, Mechanik | Interval Test, ruhigeres Holz, siehe Ungleichmäßige Gravur |
| dunkle Ränder links und rechts | kein Overscan | Overscanning aktivieren, siehe Ungleichmäßige Gravur |
| gelbbraune Schleier ums Bild | Rauch und Harz | Air Assist, Abdeckung, siehe Brandspuren |
| Negativ auf Schiefer | Bild nicht invertiert | Negative Image oder Invert color einschalten |
Kurz zusammengefasst
- Helles, ruhiges Holz, Schiefer oder dunkel eloxiertes Alu wählen.
- Foto zuschneiden, Hintergrund beruhigen, Mitteltöne aufhellen, leicht schärfen.
- Linienabstand passend zum Laserpunkt, meist 0,08 bis 0,1 mm bei Diodenlasern, per Interval Test bestätigen.
- Jarvis als Startmodus, Graustufen auf deinem Gerät testen.
- Auf Schiefer und dunklem Alu das Bild invertieren.
- Immer erst einen Ausschnitt auf einem Reststück gravieren.
Weiter mit: Laser-Parameter, LightBurn und Gravieren, Schneiden, Markieren.
Quellen (7)
- LightBurn-Dokumentation: Image Mode
- LightBurn-Dokumentation: 5 Steps to Perfect Image Engravings
- xTool Support: How to Set Bitmap Mode
- xTool Support: Invert Color für dunkle Materialien
- xTool Academy: Crafting Perfect Laser Photos
- Epilog Laser: The Ultimate Guide to Laser Engraving Photos
- OMTech: Norton White Tile Method