Holz lasern: Holzarten, Startwerte und weniger Brandspuren
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Holz ist das Material, mit dem fast alle anfangen. Es nimmt das Licht von Diode und CO₂-Laser gut auf, graviert sich mit schönem Kontrast und ist günstig. Trotzdem verhält sich jede Holzart anders, und bei Sperrholz entscheidet oft der Leim, ob ein Schnitt sauber durchgeht.
Holzarten im Überblick
| Holz | Gravur | Schneiden | Worauf du achten musst |
|---|---|---|---|
| Pappelsperrholz | hell, mittlerer Kontrast | leicht | günstig und weich, Leimqualität schwankt stark |
| Birkensperrholz | fein, guter Kontrast | braucht mehr Leistung als Pappel | härter und formstabiler, mehr Leimschichten |
| Lindensperrholz | sehr gleichmäßig | sehr gut | Herstellerangaben zur Schneidleistung beziehen sich oft auf Linde |
| MDF | gleichmäßig dunkel, keine Maserung | gut, aber viel Rauch | Fasern mit Kunstharz gebunden, starke Absaugung nötig |
| Massivholz (Ahorn, Erle, Kirsche, Nuss) | je nach Art sehr schön | mit Diode nur dünne Stärken | harzreiche Nadelhölzer brennen ungleichmäßig |
| Bambus | dunkel, hoher Kontrast | möglich | meist verleimte Streifen, Leimfugen können sichtbar werden |
Helle, gleichmäßige Hölzer wie Linde, Ahorn oder Erle zeigen Gravuren am deutlichsten. Dunkle Hölzer wie Nuss geben weniger Kontrast, wirken dafür edler.
Gravieren und Schneiden
Beim Gravieren fährt der Laser zeilenweise über die Fläche und verbrennt die oberste Schicht. Das Holz wird dunkler, bei mehr Energie auch tiefer. Beim Schneiden folgt der Laser einer Linie mit voller oder fast voller Leistung und langsamem Tempo, bis das Material durch ist. Die Unterschiede erklärt der Artikel Gravieren, Schneiden, Markieren.
Wie dick ein Diodenlaser schneidet, hängt stark von der Leistung ab. Ein paar Herstellerangaben aus der Geräteübersicht als Orientierung:
- xTool S1 20W: bis 10 mm Lindensperrholz in einem Durchgang
- xTool S1 40W: bis 15 mm Lindensperrholz in einem Durchgang
- xTool P2S (55 W CO₂): Sperrholz bis 12 mm empfohlen, Massivholz bis 18 mm
Das sind Bestwerte unter idealen Bedingungen. Im Alltag mit normalem Bastelsperrholz rechnest du besser mit deutlich weniger.
Klebstoff in Sperrholz
Sperrholz besteht aus dünnen Furnierlagen, die verleimt sind. Der Leim nimmt Laserlicht anders auf als Holz. Wo sich Leim sammelt, bleibt der Strahl hängen, und es entstehen Stellen, an denen der Schnitt nicht durchgeht. Billiges Bau-Sperrholz hat dazu oft Lücken, Astlöcher und Füllmaterial in den inneren Lagen.
Deshalb gibt es Sperrholz, das als “für Laser geeignet” verkauft wird. Es hat gleichmäßige Lagen und wenige Lücken. Für Projekte, bei denen Teile ineinander stecken müssen, lohnt sich das. Wenn ein Schnitt nur an einzelnen Stellen hängt, liegt es meist am Material und nicht am Laser. Mehr dazu im Artikel Laser schneidet nicht durch.
Maserung
Holz hat helle Frühholz- und dunklere Spätholzzonen. Die dichteren Jahresringe verbrennen langsamer als das weiche Holz dazwischen. Auf Massivholz mit kräftiger Maserung wird eine flächige Gravur deshalb streifig. Bei Fotogravuren fällt das besonders auf.
Für Fotos und feine Flächen eignen sich Hölzer mit ruhiger Maserung: Linde, Ahorn, Erle oder gutes Sperrholz mit gleichmäßigem Deckfurnier. Kiefer und Fichte mit ihren harten Jahresringen und Harzgallen geben ungleichmäßige Ergebnisse. MDF hat gar keine Maserung und graviert sehr gleichmäßig, aber eher bräunlich als schwarz.
Startwerte je Leistungsklasse
Die folgenden Spannen sind grobe Startwerte für 3 mm Pappel- oder Lindensperrholz. Sie stammen nicht aus einer einzelnen Herstellertabelle, sondern sind eine Orientierung für dein erstes Testraster. Wenn dein Hersteller Materialprofile für dein Gerät anbietet, haben diese Vorrang. Leistung ist in Prozent der Maximalleistung angegeben.
| Aufgabe | 10 W Diode | 20 W Diode | 40 W Diode | 40 bis 55 W CO₂ |
|---|---|---|---|---|
| Gravur, hell | 30 bis 50 %, 100 bis 200 mm/s | 25 bis 40 %, 200 bis 400 mm/s | 25 bis 40 %, 300 bis 500 mm/s | 15 bis 30 %, 300 bis 500 mm/s |
| Gravur, dunkel | 60 bis 80 %, 80 bis 150 mm/s | 50 bis 70 %, 150 bis 250 mm/s | 50 bis 70 %, 200 bis 300 mm/s | 30 bis 50 %, 200 bis 400 mm/s |
| Schnitt 3 mm | 100 %, 3 bis 6 mm/s, 1 bis 2 Durchgänge | 100 %, 6 bis 12 mm/s, 1 Durchgang | 90 bis 100 %, 15 bis 25 mm/s, 1 Durchgang | 60 bis 80 %, 15 bis 25 mm/s, 1 Durchgang |
Zum Vergleich zwei veröffentlichte Profile aus der Materialdatenbank von xTool: 4,5 mm Birkensperrholz gravieren mit 40 W Diode bei 300 mm/s und 50 %, 3 mm MDF gravieren mit 10 W Diode bei 200 mm/s und 40 % in zwei Durchgängen.
Als Linienabstand für Gravuren ist 0,1 mm ein guter Anfang. Wie Leistung, Tempo, Durchgänge und Linienabstand zusammenspielen, steht im Artikel über Laser-Parameter. Wie du ein Testraster aufbaust, erklärt der Artikel Materialtest. Mach das bei jeder neuen Holzplatte, auch wenn sie gleich aussieht wie die letzte.
Brandspuren reduzieren
Rauch und Harz setzen sich als gelbbraune Ränder neben Gravur und Schnitt ab. Ganz vermeiden lässt sich das nicht, aber deutlich verringern.
- Air Assist nutzen: Ein Luftstrom direkt an der Düse bläst Rauch und Flammen weg. Beim Schneiden ist Air Assist fast Pflicht, beim Gravieren reicht oft weniger Luft.
- Abdecken: Malerkrepp oder Transferfolie auf der Oberfläche fängt den Rauch ab. Nach dem Lasern ziehst du sie ab. Die Gravur wird dadurch minimal heller.
- Fokus prüfen: Ein unscharfer Punkt verteilt die Energie, das Holz verkohlt breiter.
- Mehrere schnelle Durchgänge: Zwei Durchgänge mit höherem Tempo verbrennen die Kanten oft weniger als einer sehr langsam.
- Rückseite schützen: Auf einem Wabenbett entstehen Reflexionsspuren auf der Unterseite. Ein Lamellenbett oder Abstandshalter helfen.
- Nacharbeiten: Leichte Verfärbungen gehen mit einem feuchten Tuch, einem Radierschwamm oder feinem Schleifpapier weg.
Ausführlicher geht es im Artikel Brandspuren.
Sicherheit
Holz brennt. Beim Schneiden mit wenig Tempo entstehen Flammen, besonders bei harzreichem Holz und wenn Air Assist fehlt. Lass den Laser nie unbeaufsichtigt laufen und halte einen geeigneten Feuerlöscher griffbereit. MDF und Sperrholz setzen durch die Bindemittel viel Rauch frei. Leite die Abluft nach draußen oder nutze einen Filter, der für Laserrauch ausgelegt ist. Holz mit Lack, Lasur oder Beschichtung, deren Zusammensetzung du nicht kennst, gehört nicht in den Laser. Was sonst tabu ist, steht in Tabu-Materialien.
Weiter mit: Materialtest und Brandspuren.
Wie du Fotos auf Holz bringst, mit Bildvorbereitung und Dithering, steht in Fotos lasern.