Glossar · Bauweise
Galvo
Eine Bauweise, bei der der Laserkopf stillsteht und zwei kleine, sehr schnelle Spiegel den Strahl über das Material lenken. Das ist um ein Vielfaches schneller als ein fahrender Kopf.
Genauer erklärt
Ein Galvo-Scanner besteht aus zwei Spiegeln auf Galvanometer-Motoren, einer lenkt in X, einer in Y. Weil nur die leichten Spiegel bewegt werden, sind Markiergeschwindigkeiten von einigen tausend mm/s möglich, Hobbygeräte geben oft 3000 bis 10.000 mm/s an. Eine F-Theta-Linse sorgt dafür, dass der Fokus über das ganze Feld in einer Ebene liegt. Das Arbeitsfeld ist dadurch begrenzt, typisch 100 × 100 mm bis 300 × 300 mm, größere Felder bedeuten einen größeren Fokusfleck. Galvos sind Standard bei Faserlasern und kommen zunehmend auch bei Dioden- und CO₂-Geräten vor.
Woher kommt der Begriff?
Galvo ist die Kurzform von Galvanometer, einem Messinstrument, bei dem eine Spule in einem Magnetfeld einen Zeiger dreht. Der Name geht auf den italienischen Arzt Luigi Galvani zurück. Im Scanner dreht die gleiche Technik statt eines Zeigers einen Spiegel.
In der Praxis
- Plane die Arbeitsfläche ein: Alles, was größer als das Galvo-Feld ist, muss in Abschnitten bearbeitet und angesetzt werden.
- Am Rand des Feldes wird der Strahl schräger und der Fleck etwas größer. Wichtige Details legst du besser in die Mitte.
- Zum Schneiden von dickem Holz eignen sich Galvo-Geräte kaum, ihre Stärke sind Markieren und Gravieren kleiner Teile.
- Die Höhe des Werkstücks muss genau zur Brennweite passen, viele Geräte zeigen den Fokus mit zwei roten Punkten an, die sich treffen.
Nicht verwechseln
Nicht verwechseln mit dem Portal (Gantry), bei dem der ganze Kopf auf Achsen fährt. Portalgeräte sind langsamer, haben aber eine viel größere Arbeitsfläche.
Häufige Fragen
Ist ein Galvo-Laser besser als ein Portal-Laser?
Er ist schneller bei kleinen Gravuren und Markierungen, aber auf ein kleines Feld begrenzt. Für große Platten und Schnitte ist ein Portalgerät sinnvoller.
Wie groß ist das Arbeitsfeld eines Galvo-Lasers?
Das hängt von der Linse ab, häufig 110 × 110 mm. Größere Linsen erweitern das Feld, vergrößern aber den Fokusfleck und verringern die Energiedichte.
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