Glossar · Eigenschaft
Hygroskopisch
Ein Material ist hygroskopisch, wenn es Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt. Viele Filamente tun das und drucken danach schlechter.
Genauer erklärt
Fast alle Filamente nehmen Wasser aus der Luft auf, wie stark, hängt vom Kunststoff ab. Besonders hygroskopisch sind PA (Nylon), das laut Prusa bis zu 10 % seines Gewichts an Wasser aufnehmen kann, und das wasserlösliche PVA. Im Hotend verdampft das Wasser schlagartig: Es knistert, Blasen und Fäden entstehen, die Oberfläche wird rau und die Schichthaftung schwächer. Trocknen macht das in den meisten Fällen rückgängig. Danach gehört das Filament luftdicht mit Trockenmittel verpackt.
Woher kommt der Begriff?
Von griechisch hygros, „feucht“. In der Chemie beschreibt das Wort Stoffe, die Wasserdampf aus der Umgebung binden, zum Beispiel auch Silikagel, das als Trockenmittel in Filamentboxen liegt.
In der Praxis
- Knistern, mehr Fäden und raue Oberflächen beim Druck sind typische Zeichen für feuchtes Filament.
- Lagere angebrochene Spulen in einer luftdichten Box mit Trockenmittel, unter 20 % relativer Luftfeuchte ist ein guter Richtwert.
- Ein Hygrometer in der Box zeigt, wann das Trockenmittel erschöpft ist.
- Nylon und PVA am besten direkt aus einer Trockenbox heraus drucken.
- Beim Trocknen unter der Erweichungstemperatur des Materials bleiben, sonst kleben die Windungen auf der Spule zusammen.
Nicht verwechseln
Hygroskopisch heißt nicht wasserlöslich: Nylon nimmt Wasser auf, löst sich aber nicht. PVA ist beides, deshalb dient es als wasserlösliches Stützmaterial.
Häufige Fragen
Welches Filament ist am stärksten hygroskopisch?
Unter den gängigen Filamenten vor allem PA (Nylon) und PVA. Laut Prusa kann Nylon bis zu 10 % seines Gewichts an Wasser aufnehmen, schon wenige Stunden offen im Raum verschlechtern die Druckqualität.
Muss ich auch PLA trocknen?
PLA nimmt weniger Wasser auf als Nylon, druckt nach längerer offener Lagerung aber ebenfalls schlechter und wird spröde. Trocknen bei 45 bis 55 °C für 4 bis 6 Stunden hilft.