Glossar · Bauweise
MOPA
Eine besondere Bauart des Faserlasers, bei der man die Länge der Lichtimpulse einstellen kann. Damit lassen sich unter anderem farbige Markierungen auf Edelstahl erzeugen.
Genauer erklärt
Ein MOPA-Faserlaser trennt die Erzeugung der Pulse (Seed-Laser) von ihrer Verstärkung. Dadurch lassen sich Pulsdauer und Pulsfrequenz unabhängig einstellen, bei gängigen Quellen etwa 2 bis 500 ns und 1 bis 4000 kHz. Ein klassischer Q-Switch-Faserlaser arbeitet dagegen mit einer weitgehend festen Pulsdauer um 100 bis 200 ns. Kurze Pulse erzeugen weniger Wärme im Material, was saubere Markierungen auf Kunststoff, schwarze Markierungen auf eloxiertem Aluminium und kontrollierte Anlassfarben auf Edelstahl ermöglicht. Die Wellenlänge liegt wie beim normalen Faserlaser bei 1064 nm.
Woher kommt der Begriff?
MOPA steht für Master Oscillator Power Amplifier, auf Deutsch etwa „Hauptoszillator mit Leistungsverstärker“. Der Name beschreibt den zweistufigen Aufbau aus Pulserzeuger und Verstärker.
In der Praxis
- Farbige Markierungen auf Edelstahl gelingen nur mit sehr konstantem Abstand, Material und Einstellung. Teste jedes neue Blech mit einem Farbraster.
- Für schwarzes Markieren von eloxiertem Aluminium sind kurze Pulse und hohe Frequenz typisch, Werte liefert der Materialtest.
- Willst du nur Metall beschriften, reicht oft ein Q-Switch-Laser. MOPA lohnt sich für Farbe, Kunststoff und feine Effekte.
- Die Farben entstehen durch Oxidschichten und können sich durch Abrieb, Hitze oder aggressive Reiniger verändern.
Nicht verwechseln
MOPA ist keine eigene Laserart neben dem Faserlaser, sondern eine Bauart davon. Farbmarkierung bedeutet nicht Farbdruck: Es entstehen nur Anlassfarben von Gold über Violett bis Blau.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen MOPA und Q-Switch?
Beim MOPA lassen sich Pulsdauer und Frequenz getrennt einstellen, beim Q-Switch ist die Pulsdauer weitgehend fest. MOPA ist flexibler bei Farben und Kunststoffen, Q-Switch ist günstiger und für einfaches Metallbeschriften ausreichend.
Kann man mit MOPA farbig gravieren?
Auf Edelstahl und Titan ja, durch kontrollierte Oxidschichten in Anlassfarben. Echte Fotofarben oder Weiß entstehen dabei nicht.