LightBurn: Lizenzen, Preise und erste Schritte für Lasergravierer

Software & Dateien6 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

LightBurn ist eine Software, mit der du Entwürfe für den Laser anlegst, bearbeitest und direkt an das Gerät schickst. Sie läuft unter Windows, macOS und Linux und spricht viele Steuerungen verschiedener Hersteller an. Dieser Artikel zeigt, welche Lizenz du brauchst, welche Geräte unterstützt werden und wie du die ersten Jobs einrichtest.

Was LightBurn ist

LightBurn vereint drei Aufgaben in einem Programm: Zeichnen und Bearbeiten von Vektoren, Einstellen der Laser-Parameter und Steuern der Maschine. Du kannst SVG, DXF, AI, PDF und Bilddateien importieren, Texte setzen, Formen kombinieren, Fotos für die Gravur aufbereiten und den Job dann per USB oder Netzwerk an den Laser senden. Viele Hersteller offener Diodenlaser liefern zwar eigene Software mit, nennen LightBurn aber als unterstützte Alternative.

Lizenzen und Preise (Stand 10/2026)

LightBurn verkauft zwei Lizenzen. Beide sind Einmalkäufe und laufen dauerhaft. Im Preis ist ein Jahr Updates enthalten, gerechnet ab der ersten Aktivierung. Danach kannst du die zuletzt erhaltene Version unbegrenzt weiter nutzen oder ein weiteres Jahr Updates dazukaufen.

LizenzPreisUnterstützte Steuerungen
Core99 USDG-Code-Steuerungen: GRBL, Marlin, Smoothieware
Pro199 USDalles aus Core, dazu DSP-Steuerungen (Ruida, TopWisdom, Trocen) und Galvo-Steuerungen (EZCad2, BSL)
Ein Jahr Updates40 USDfür Core und Pro gleich
Upgrade Core auf Pro100 USD

Quelle ist die Übersichtsseite auf lightburnsoftware.com. Die Preise gelten in US-Dollar, je nach Zahlungsweg kommen Umrechnung und Steuern dazu. Die meisten offenen Diodenlaser für Hobbyanwender laufen mit GRBL und brauchen daher nur Core. Geschlossene CO₂-Laser mit Ruida-Steuerung und Faserlaser mit EZCad-Steuerung brauchen Pro. Schau vor dem Kauf in die Anleitung deines Geräts, welche Steuerung verbaut ist.

Testphase

Du kannst LightBurn 30 Tage kostenlos testen. Laut LightBurn-Dokumentation lässt sich die Testphase bis zu dreimal um je 15 Tage verlängern, ab Version 1.5 geschieht das automatisch. Nutze die Zeit, um zu prüfen, ob dein Gerät sauber verbunden wird und alle Funktionen laufen, die du brauchst.

Welche Geräte unterstützt werden

Neben den Steuerungen aus der Tabelle gibt es seit Version 1.7 einen eigenen Gerätetyp für einige xTool-Laser. Die Unterstützung ist aber eingeschränkt. Für den xTool S1 20W schreibt xTool selbst, dass LightBurn nicht alle Funktionen abdeckt, und empfiehlt für den vollen Umfang die eigene Software. Beim xTool P2S fehlen in LightBurn Kamera und Autofokus. Galvo-Geräte wie die xTool F2 oder F2 Ultra werden laut Hersteller gar nicht unterstützt. Ob dein Gerät läuft, steht in der Geräteübersicht unter Software.

Ein Galvo-Laser mit EZCad2-Steuerung, etwa die ComMarker B4 20W, braucht die Pro-Lizenz. Wie sich Galvo und Portal unterscheiden, erklärt Portal oder Galvo.

Alternativen

  • xTool Studio (früher XCS): kostenlose Herstellersoftware für xTool-Geräte, mit voller Unterstützung für Kamera, Autofokus und Zubehör.
  • LaserGRBL: kostenlos und quelloffen, läuft nur unter Windows und nur mit GRBL-Steuerungen. Für einfache Gravuren und Schnitte reicht das oft, beim Zeichnen ist es deutlich eingeschränkter als LightBurn.
  • Falcon Design Space: kostenlose Software von Creality für die Falcon-Geräte.
  • Herstellersoftware anderer Marken: Acmer nennt für seine Geräte Acmer Studio und eine App, ähnlich bieten Atomstack, Ortur oder Sculpfun eigene Programme an. Funktionsumfang und Pflege schwanken stark.

Herstellersoftware hat den Vorteil, dass Materialprofile und Sonderfunktionen des Geräts eingebaut sind. LightBurn spielt seine Stärke aus, wenn du mehrere Geräte verschiedener Marken nutzt oder viel selbst zeichnest.

Erste Schritte: Gerät einrichten

  1. LightBurn installieren und den Laser per USB anschließen und einschalten.
  2. Unter “Laser” auf “Devices” klicken und “Find my laser” wählen. LightBurn sucht die Steuerung automatisch. Klappt das nicht, legst du das Gerät manuell an und wählst den Steuerungstyp, etwa GRBL.
  3. Die Größe der Arbeitsfläche aus dem Datenblatt eintragen und den Ursprung angeben, also die Ecke, in der der Laser seine Nullposition hat.
  4. Einige Hersteller bieten eine fertige Gerätedatei (.lbdev) zum Importieren an. Nutze sie, wenn vorhanden.

Prüfe danach mit einem kleinen Quadrat, ob die Richtungen stimmen. Ist das Ergebnis gespiegelt, ist meist der Ursprung falsch eingestellt.

Ebenen: Line, Fill und Image

Jedes Objekt gehört zu einer Ebene (Layer), erkennbar an der Farbe. Im Fenster “Cuts / Layers” legst du für jede Ebene Modus, Leistung, Geschwindigkeit und Durchgänge fest.

ModusWas passiertTypische Verwendung
LineDer Laser fährt die Kontur abSchneiden, feine Linien ritzen
FillDer Laser füllt die Fläche zeilenweiseText und Logos flächig gravieren
ImageBilder werden zeilenweise mit Rastermodus graviertFotos und Graustufen

Die Reihenfolge der Ebenen in der Liste ist die Reihenfolge der Bearbeitung. Lege Gravuren nach oben und Schnitte nach unten, sonst verrutscht das Teil, bevor alles graviert ist. Welche Werte du einträgst, steht in Laser-Parameter. Für neue Materialien lohnt sich vorher ein Materialtest.

Ursprung und Job Origin

Im Fenster “Laser” legst du unter “Start From” fest, worauf sich die Position deines Entwurfs bezieht:

  • Absolute Coords: Der Entwurf landet genau dort, wo er auf der Arbeitsfläche in LightBurn liegt. Das setzt voraus, dass dein Laser eine Referenzfahrt (Homing) hat. Für die Kamera ist diese Einstellung nötig.
  • Current Position: Der Job startet an der aktuellen Position des Laserkopfs.
  • User Origin: Der Job startet an einem Punkt, den du vorher selbst gesetzt hast.

Bei “Current Position” und “User Origin” bestimmt das Raster mit neun Punkten (Job Origin), welcher Punkt des Entwurfs an dieser Position liegt, etwa die Mitte oder die linke untere Ecke.

Rahmen fahren (Frame)

Mit “Frame” fährt der Laserkopf den Umriss deines Jobs ab, bei den meisten Geräten mit ausgeschaltetem oder sehr schwachem Laser. So siehst du, ob der Entwurf auf das Werkstück passt. Mach das vor jedem Job. Ein falscher Ursprung oder ein verrutschtes Werkstück fällt hier auf, bevor Material verloren geht. Achte dabei auf den Fokus, siehe Laser-Fokus.

Kamera ausrichten

Mit einer Kamera über dem Arbeitsbereich kannst du Entwürfe direkt auf einem Livebild platzieren. Die Einrichtung läuft in zwei Schritten:

  1. Objektiv kalibrieren: Das gleicht die Verzerrung der Linse aus. Das musst du nur einmal pro Kamera machen.
  2. Kamera ausrichten: Du gravierst ein Muster auf eine große Platte, ohne sie danach zu bewegen. LightBurn erkennt das Muster automatisch oder du klickst die vier Fadenkreuze von Hand an. Danach weiß die Software, wo im Kamerabild welche Position auf der Arbeitsfläche liegt.

“Start From” muss dabei auf “Absolute Coords” stehen. Wird die Kamera bewegt, musst du die Ausrichtung wiederholen. Bei Geräten mit eigener Kamera, etwa einigen xTool-Modellen, funktioniert die Kamera nicht immer in LightBurn.

Sicherheit

Auch wenn die Software alles am Bildschirm zeigt: Lass den Laser nie unbeaufsichtigt laufen, trag bei offenen Geräten eine Schutzbrille für die passende Wellenlänge und halte einen Feuerlöscher bereit.

Weiter mit: Dateien für den Laser vorbereiten, Laser-Parameter und Materialtest.