Glossar · Verfahren
Fotogrammetrie
Ein 3D-Modell aus vielen normalen Fotos: Eine Software berechnet die Form aus Bildern, die das Objekt von allen Seiten zeigen.
Genauer erklärt
Bei der Fotogrammetrie wird ein Objekt aus vielen Richtungen fotografiert. Die Software sucht gemeinsame Punkte in den Bildern, bestimmt daraus die Kamerapositionen und berechnet die räumliche Lage jedes Punkts aus den Sehstrahlen mehrerer Bilder. Es reicht jede Kamera oder ein Smartphone mit Apps wie RealityScan, Polycam oder KIRI Engine, All3DP nennt 50 bis 1.000 Bilder. Das Verfahren ist am günstigsten, aber ungenauer als Scanner mit eigener Lichtquelle und eignet sich eher für Figuren und künstlerische Modelle als für passgenaue Ersatzteile. Glänzende, durchsichtige und einfarbig glatte Flächen bieten zu wenige Merkmale.
Woher kommt der Begriff?
Aus griechisch phos, „Licht“, gramma, „Geschriebenes, Bild“, und metron, „Maß“: Messen mit Lichtbildern. Der Architekt Albrecht Meydenbauer gab dem Verfahren den Namen, er erschien 1867 als Titel eines Artikels im Wochenblatt des Architektenvereins zu Berlin.
In der Praxis
- Fotografiere mit starker Überlappung zwischen den Bildern, damit die Software gemeinsame Punkte findet.
- Gleichmäßiges, weiches Licht ohne harte Schatten und Reflexe verbessert das Ergebnis.
- Leg einen Maßstab oder ein Objekt mit bekannter Länge mit ins Bild. Aus Fotos allein kennt die Software die echte Größe nicht.
- Glänzende oder glatte Flächen lassen sich wie bei optischen Scannern mit mattierendem Scanspray vorbereiten.
Nicht verwechseln
Fotogrammetrie ist kein LiDAR: LiDAR misst Entfernungen aktiv mit Licht, Fotogrammetrie berechnet die Form nur aus Fotos.
Häufige Fragen
Kann ich mit dem Handy 3D-Modelle für den Druck scannen?
Ja, mit Fotogrammetrie-Apps entstehen brauchbare Modelle von Figuren und größeren Objekten. Für passgenaue Ersatzteile ist die Genauigkeit meist zu gering, dafür ist ein Scanner mit eigener Lichtquelle besser geeignet.
Wie viele Fotos brauche ich?
Das hängt von Objekt und App ab, All3DP nennt 50 bis 1.000 Bilder. Wichtiger als die Zahl ist, dass jede Stelle auf mehreren Bildern aus unterschiedlichen Winkeln zu sehen ist.