Infill einstellen: wie viel Füllung braucht dein Druck?
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Gedruckte Teile sind innen fast nie massiv. Stattdessen druckt der Drucker ein Gittermuster, das die Außenwände stützt und Gewicht, Material und Zeit spart. Diese Füllung heißt Infill und wird in Prozent angegeben.
Wie viel Infill brauchst du?
| Einsatz | Infill-Dichte | Hinweis |
|---|---|---|
| Deko, Figuren, Vasen | 5 bis 15 % | reicht, damit die Oberseite geschlossen wird |
| Alltagsteile, Halterungen | 15 bis 25 % | guter Standard |
| Belastete Funktionsteile | 30 bis 50 % | zusammen mit mehr Wänden |
| Sehr stark belastete Teile | über 50 % | lohnt sich selten, siehe unten |
Mehr als 50 % bringt meist wenig zusätzliche Festigkeit, kostet aber viel Zeit und Material.
Wände sind oft wichtiger als Infill
Ein häufiger Irrtum: Mehr Infill macht ein Teil automatisch stabiler. Tatsächlich tragen die Außenwände (Perimeter) den größten Teil der Last. Ein Teil mit 4 Wänden und 20 % Infill ist oft stabiler als eines mit 2 Wänden und 50 % Infill, und es druckt schneller.
Faustregel für Funktionsteile: 3 bis 4 Wände, 4 bis 5 obere und untere Deckschichten, 20 bis 30 % Infill.
Welches Muster wofür?
| Muster | Eigenschaften | Gut für |
|---|---|---|
| Gitter (Grid) | einfach, schnell | Alltagsteile |
| Gyroid | wellenförmig, in alle Richtungen ähnlich stabil, gut für flexible Materialien | Funktionsteile, TPU |
| Kubisch (Cubic) | stabil in alle Richtungen, schnell | Funktionsteile |
| Wabe (Honeycomb) | sehr stabil, aber langsam | stark belastete Teile |
| Blitz (Lightning) | stützt nur die Oberseite, extrem materialsparend | Deko, Figuren |
Die Namen unterscheiden sich je nach Slicer leicht, die Muster sind aber überall ähnlich.
Infill und Oberfläche
Bei sehr niedrigem Infill kann die Oberseite durchhängen oder Löcher bekommen, weil die Deckschichten zu wenig Unterstützung haben. Abhilfe schaffen mehr obere Deckschichten oder ein etwas dichteres Infill. Scheint das Muster auf der Oberseite durch, sind es meist zu wenige Deckschichten.
Infill bei flexiblen Materialien
Bei TPU bestimmt das Infill, wie weich ein Teil ist. Wenig Infill macht es nachgiebig, viel Infill fest. So lassen sich mit einem Material unterschiedliche Härten drucken. Mehr dazu in TPU drucken.
Gezielt verstärken
Viele Slicer erlauben es, Infill und Wände nur in bestimmten Bereichen zu ändern, etwa rund um eine Schraubenbohrung. Diese Funktion heißt oft “Modifier” oder “Bereichseinstellungen”. So bekommst du Festigkeit dort, wo sie gebraucht wird, ohne das ganze Teil schwerer zu machen.
Weiter mit: Layerhöhe und Stützstrukturen.