Papier und Stoff lasern: Karton, Filz, Jeans und Kork ohne Brand

Materialien5 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

Papier, Karton und Stoffe sind dünn und leicht entflammbar. Schon ein schwacher Laser schneidet sie mühelos, und genau das ist die Falle: Mit Einstellungen für Holz brennt das Material sofort. Hier zählen wenig Leistung, hohes Tempo, gute Fixierung und ein wacher Blick auf das Gerät.

Die Übersicht

MaterialGravierenSchneidenWorauf du achten musst
Papiermöglich, sehr empfindlichsehr gutbrennt schnell, fliegt bei Luftstrom weg
Karton, GraupappegutgutKanten werden braun
WellpappeeingeschränktgutGlutnester in den Luftkanälen
Filz aus Wollegutgutriecht nach Haar, Kanten leicht dunkel
Bastelfilz aus Polyesterschlechtgut, Kanten schmelzenKunststoffrauch, Faser vorher klären
BaumwollemöglichgutKanten bräunlich, fransen wenig
Jeansgut für Aufhell-EffektegutStretch-Anteil und Aufdrucke prüfen
Korksehr gut, dunkelgutbrennt und glimmt, Bindemittel beachten

Papier und Karton

Papier ist das empfindlichste Material in diesem Artikel. Für Schnitte in Kopierpapier oder Fotokarton reicht bei jedem Diodenlaser ein Bruchteil der Leistung. Feine Scherenschnitte, Grußkarten und Muster für Schablonen sind typische Projekte.

Damit es sauber wird:

  • Wenig Leistung, hohes Tempo: Lieber zwei schnelle Durchgänge als einen langsamen. Langsames Tempo verbrennt die Kanten und lässt kleine Stege durchbrennen.
  • Fixieren: Papier wölbt sich durch die Wärme und wird vom Luftstrom angehoben. Magnete oder Nadeln auf dem Wabenbett halten es flach. Ohne Fixierung verschiebt sich das Blatt mitten im Job.
  • Air Assist niedrig: Ein schwacher Luftstrom verhindert Flammen. Volle Luft bläst das Papier weg oder lässt kleine Teile herumfliegen.
  • Fokus: Papier ist dünn, der Fokus muss genau auf der Oberfläche sitzen. Ein Abstandshalter im Lieferumfang hilft.

Karton und Graupappe verhalten sich ähnlich, brauchen aber mehr Energie. Die Schnittkanten werden fast immer braun. Für Architekturmodelle und Verpackungsprototypen ist das meist kein Problem.

Wellpappe hat zwischen den Deckschichten Luftkanäle. Dort können sich Funken festsetzen und weiterglimmen, ohne dass du außen etwas siehst. Nach dem Job deshalb die Teile prüfen und nicht sofort in einen Karton mit anderen Resten werfen.

Filz und Stoffe

Bei Stoffen entscheidet die Faser.

  • Naturfasern wie Wolle, Baumwolle und Leinen verkohlen an der Kante leicht. Der Schnitt ist sauber und franst kaum.
  • Synthetikfasern wie Polyester schmelzen an der Kante. Das versiegelt die Schnittkante, ist aber hart und kann sich kratzig anfühlen. Der Rauch ist Kunststoffrauch und braucht gute Absaugung.
  • Beschichtete Stoffe wie Wachstuch, Planen oder Stoffe mit Kunststoffaufdruck sind kritisch. Viele davon enthalten PVC. Das gehört nicht in den Laser.

Bastelfilz aus dem Bastelladen besteht meist aus Polyester oder Acrylfasern. Echter Wollfilz ist teurer, riecht beim Lasern nach verbranntem Haar und liefert schönere Kanten.

Jeans sind ein Sonderfall. Mit wenig Leistung und hohem Tempo hellt der Laser den Indigo-Farbstoff auf, ohne den Stoff zu durchtrennen. So entstehen Muster und Schriftzüge auf Taschen und Jacken. Stretch-Jeans enthalten oft Elastan, das anders reagiert als Baumwolle. Teste an einer verdeckten Stelle oder an einem Rest. Aufdrucke und Beschichtungen meidest du.

Stoffe legst du straff und faltenfrei auf. Wellen verändern den Fokus, und lose Ecken flattern im Luftstrom in den Strahl.

Kork

Kork graviert sich sehr schön dunkel und gleichmäßig. Untersetzer, Pinnwände und Notizbuch-Cover aus Kork sind beliebte Projekte. Kork brennt allerdings gut und glimmt nach. Pressplatten aus Korkgranulat enthalten Bindemittel. Frage im Zweifel nach, welches, und verzichte auf Platten mit unbekannter Beschichtung.

Startwerte

Die Werte sind grobe Orientierung für ein erstes Testraster. Papier und Stoff reagieren schon auf kleine Änderungen stark, beginne am unteren Ende.

Aufgabe5 bis 10 W Diode20 W Diode40 W Diode40 bis 55 W CO₂
Papier 80 bis 160 g/m², schneiden20 bis 40 %, 100 bis 200 mm/s10 bis 25 %, 200 bis 400 mm/s5 bis 15 %, 300 bis 500 mm/s8 bis 15 %, 200 bis 400 mm/s
Karton 1 mm, schneiden60 bis 100 %, 20 bis 50 mm/s50 bis 80 %, 50 bis 100 mm/s30 bis 60 %, 100 bis 200 mm/s20 bis 40 %, 50 bis 150 mm/s
Filz 3 mm, schneiden80 bis 100 %, 10 bis 20 mm/s60 bis 90 %, 20 bis 40 mm/s40 bis 70 %, 40 bis 80 mm/s25 bis 45 %, 30 bis 80 mm/s
Jeans, aufhellen15 bis 30 %, 200 bis 400 mm/s10 bis 20 %, 300 bis 500 mm/s5 bis 15 %, 400 bis 600 mm/s8 bis 15 %, 300 bis 500 mm/s
Kork, gravieren20 bis 40 %, 150 bis 300 mm/s15 bis 30 %, 250 bis 400 mm/s10 bis 25 %, 300 bis 500 mm/s10 bis 20 %, 300 bis 500 mm/s

Viele Diodenlaser haben bei sehr niedriger Leistung eine Schwelle, unter der die Diode nicht sauber zündet. Wenn 5 % gar nichts machen, nimm etwas mehr Leistung und dafür mehr Tempo. Wie ein Testraster aufgebaut wird, steht in Materialtest, die Bedeutung der einzelnen Werte in Laser-Parameter.

Brandgefahr

Bei keinem anderen Material ist das Brandrisiko so hoch wie hier. Ein paar feste Regeln:

  • Nie unbeaufsichtigt lasern. Eine Flamme in Papier wird in Sekunden groß.
  • Feuerlöscher griffbereit. Ein CO₂-Löscher richtet am Gerät weniger Schaden an als Pulver.
  • Wabenbett sauber halten. Papierschnipsel und Fussel sammeln sich unter dem Werkstück und fangen beim nächsten Job Feuer. Leere den Auffangbereich regelmäßig.
  • Air Assist an, aber niedrig. Er hält die Flamme klein, ohne das Material wegzublasen. Mehr dazu in Air Assist.
  • Nach dem Job kontrollieren. Glutnester in Wellpappe, Kork und Filz zeigen sich manchmal erst Minuten später.

Was nicht in den Laser gehört, steht in Tabu-Materialien.

Weiter mit: Materialtest und Air Assist.