Welcher Laser passt zu mir? Entscheidungshilfe vor dem Kauf
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Es gibt nicht den einen besten Lasergravierer. Es gibt nur einen, der zu deinen Materialien, deinem Raum und deinem Budget passt. Statt eines Modells bekommst du hier die Fragen, mit denen du die Auswahl selbst eingrenzt.
1. Was willst du machen?
Das Material entscheidet über den Lasertyp, weil jedes Material nur bestimmte Wellenlängen gut aufnimmt. Wie die Typen sich unterscheiden, steht ausführlich in Lasertypen im Vergleich.
| Du willst vor allem | Passender Typ | Warum |
|---|---|---|
| Holz, Leder, Karton gravieren und dünn schneiden | Diodenlaser | günstig, kompakt, organische Materialien nehmen 450 nm gut auf |
| Holz und dunkles Acryl dicker schneiden | starker Diodenlaser oder CO₂ | Schnitttiefe hängt an Leistung und Strahlqualität |
| Klares oder helles Acryl schneiden | CO₂-Laser | 450 nm geht durch klares Acryl einfach hindurch |
| Metall gravieren und markieren | Faserlaser, gelegentlich Infrarotmodul | 1064 nm wird von Metall gut aufgenommen |
| Fotos auf Holz oder Schiefer | Diode oder CO₂ mit feinem Punkt | Auflösung und Fokus sind wichtiger als Leistung |
| Glas, Kristall, empfindliche Kunststoffe | UV-Laser | Kaltbearbeitung ohne viel Wärme |
| Gewerbe mit Serien | je nach Material, oft CO₂ oder Galvo | Geschwindigkeit, Fläche und Zuverlässigkeit zählen mehr |
Hast du mehrere Ziele, bring sie in eine Reihenfolge. Ein Gerät für alles ist meist ein Kompromiss.
2. Offen oder geschlossen?
Das ist die wichtigste Frage nach dem Material, weil sie deinen Aufstellort bestimmt.
Offene Geräte sind Laserklasse 4. Alle Personen im Raum brauchen eine passende Laserschutzbrille, auch Reflexionen sind gefährlich. Rauch verteilt sich ohne Gehäuse im Raum. Dafür sind offene Geräte günstiger, haben oft eine größere Fläche und nehmen auch hohe oder sperrige Werkstücke auf.
Geschlossene Geräte erreichen Klasse 1, wenn der Hersteller das angibt. Das Gehäuse schirmt die Strahlung ab, eine Deckelabschaltung stoppt den Laser. Der Rauch lässt sich über einen Schlauch gezielt ableiten.
Für eine Wohnung, für Haushalte mit Kindern oder Haustieren und für Räume ohne eigene Werkstatttür ist ein geschlossenes Klasse-1-Gerät die deutlich unkritischere Wahl. Achte darauf, dass die Klasse ausdrücklich angegeben ist. Fehlt sie, gehst du von Klasse 4 aus. Details stehen in Laser-Sicherheit.
3. Wie viel Leistung brauchst du?
Bei Diodenlasern zählt die optische Leistung, nicht die elektrische. Ein “80 W”-Modul mit 10 W optischer Leistung ist ein 10-W-Laser. Was die Zahlen bedeuten, erklärt Laserleistung verstehen.
Grobe Orientierung für Diodenlaser:
- 5 bis 10 W: Gravieren, dünnes Sperrholz und Karton schneiden
- 20 bis 24 W: solide Allrounder, Holz laut Herstellern bis etwa 10 mm in einem Durchgang
- 33 bis 48 W: dickeres Holz und schnelleres Schneiden; für feine Gravur nicht automatisch besser
Herstellerangaben zur Schnitttiefe sind meist optimistisch. Rechne mit weniger und mit mehreren Durchgängen.
4. Arbeitsfläche und Bauhöhe
Typische Flächen liegen bei Diodenlasern zwischen 100 x 100 mm bei Kompaktgeräten und rund 400 x 400 mm. Große offene Rahmen erreichen 850 x 800 mm. Desktop-CO₂-Geräte liegen meist um 500 x 300 bis 600 x 300 mm.
Für Anhänger, Untersetzer und Etiketten reicht eine kleine Fläche. Für Schilder, Kisten und Modellbau-Bausätze brauchst du mehr. Bei geschlossenen Geräten begrenzt das Gehäuse außerdem die Höhe der Werkstücke. Eine Durchreiche (Passthrough) erlaubt bei manchen Geräten lange Platten.
5. Portal oder Galvo?
Portalgeräte bewegen den Laserkopf über Achsen. Sie haben große Flächen und schneiden gut. Galvo-Geräte lenken den Strahl mit Spiegeln ab, gravieren sehr schnell, haben aber ein kleines Feld und sind kaum zum Schneiden gedacht. Faser- und UV-Laser sind im Hobbybereich fast immer Galvo. Mehr in Portal oder Galvo.
6. Ausstattung, die den Alltag bestimmt
- Kamera: zeigt das Werkstück in der Software, damit du Motive genau platzierst. Bequem, aber kein Muss.
- Air Assist: bläst Rauch und Flammen von der Schnittstelle. Zum Schneiden praktisch unverzichtbar. Integriert oder als Zubehör.
- Absaugung: Prüfe, ob das Gerät einen Abluftanschluss hat und ob du einen Schlauch zum Fenster führen kannst. Ohne Fenster brauchst du einen Abluftfilter, und der kostet extra.
- Autofokus: spart Zeit bei wechselnden Materialstärken.
7. Software
Viele Hersteller liefern eigene, kostenlose Software. Prüfe vor dem Kauf, ob das Gerät auch mit LightBurn läuft. LightBurn Core kostet 99 US-Dollar einmalig und unterstützt GCode-Steuerungen, wie sie die meisten Diodenlaser nutzen. LightBurn Pro kostet 199 US-Dollar und deckt zusätzlich DSP-Steuerungen (etwa Ruida) und Galvo-Geräte ab. Beide Lizenzen enthalten ein Jahr Updates.
Einige Geräte, vor allem bei Galvo und Kombigeräten, werden von LightBurn nicht unterstützt oder nur ohne Kamera und Autofokus. Das steht in den Datenblättern unserer Geräteübersicht.
8. Folgekosten und Platz
| Posten | Was du einplanen solltest |
|---|---|
| Schutzbrille | bei offenen Geräten für jede Person im Raum, passend zur Wellenlänge |
| Abluft oder Filter | Schlauch und Fensteradapter oder ein Filtergerät mit Ersatzfiltern |
| Air Assist | wenn nicht integriert, als Zubehör |
| Verschleiß | Schutzglas, Linse, bei CO₂ Röhre und Spiegel |
| Material und Testplatten | anfangs mehr als gedacht |
| Brandschutz | CO₂-Feuerlöscher, nicht brennbare Unterlage |
Bei CO₂-Glasröhren ist die Lebensdauer der größte Posten. Die Angaben schwanken je nach Quelle und Nutzung stark, grob zwischen 2.500 und mehreren Tausend Betriebsstunden. RF-Metallröhren halten deutlich länger, kosten aber mehr. CO₂-Geräte brauchen außerdem Kühlung, sind schwer und benötigen einen festen Platz mit Abluft. Was sonst sinnvoll ist, steht in Laser-Zubehör.
9. Budget: was du typischerweise bekommst
Die Beispiele stammen aus unserer Datenbank, Stand 10/2026. Sie sind keine Empfehlung, sondern zeigen, welche Gerätegattung in welcher Preisklasse liegt.
| Preisklasse | Typische Geräte | Beispiele |
|---|---|---|
| unter 500 € | offene Diodenlaser mit 10 bis 24 W, kleine geschlossene Klasse-1-Geräte | Atomstack A24 Pro, Longer Ray5 20W, Creality Falcon A1C, Sculpfun iCube Ultra |
| 500 bis 1.000 € | starke offene Dioden mit über 30 W, kompakte geschlossene Diodengeräte, Dioden mit zusätzlichem Infrarotmodul | Sculpfun S30 Ultra 33W, Acmer P2 33W, xTool M2, Acmer P3 IR Dual |
| 1.000 bis 1.500 € | geschlossene Diodengeräte mit Kamera, einfache Faser-Galvos, portable Dual-Laser | WeCreat Vision 20W, Ortur H20, ComMarker B4 20W, xTool F2 |
| 1.500 bis 3.000 € | geschlossene Dioden mit 40 W und mehr, Desktop-CO₂ mit Glasröhre, stärkere Faserlaser, Kombigeräte | WeCreat Vision Pro 45W, OMTech Polar Lite 55W, xTool P2S, Bambu Lab R1, Bambu Lab H2D Laser |
| 3.000 bis 5.000 € | MOPA-Faserlaser mit hoher Leistung, UV-Laser | Acmer SM 60W MOPA, xTool F2 Ultra UV |
| über 5.000 € | große geschlossene CO₂-Geräte, Dual-Laser-Galvos, CO₂-Anlagen für Gewerbe | xTool P3, xTool F2 Ultra, Thunder Laser Bolt 30W, Thunder Laser Nova 35 |
Kurz zusammengefasst
| Frage | Wenn ja |
|---|---|
| Nur Holz, Leder, Karton? | Diodenlaser reicht |
| Klares Acryl schneiden? | CO₂-Laser |
| Metall gravieren? | Faserlaser oder Infrarotmodul |
| Wohnung, Kinder, Haustiere? | geschlossenes Gerät mit angegebener Klasse 1 |
| Kein Fenster in der Nähe? | Abluftfilter einplanen |
| LightBurn gewünscht? | Kompatibilität vorher prüfen |
Weiter zu den Geräten
Mit deinen Antworten kannst du die Geräteübersicht gezielt durchsehen. Im Laservergleich stellst du Geräte direkt nebeneinander. Wenn wir ein Gerät aus eigener Erfahrung empfehlen, kennzeichnen wir das ausdrücklich.
Weiter mit: Lasertypen im Vergleich und Laser-Zubehör.
Du willst in der Wohnung lasern? Was dafür wichtig ist, steht in Laser in der Wohnung.