Lasertypen im Vergleich: Diode, CO₂, Faser, Infrarot und UV

Grundlagen5 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

Welcher Laser welches Material bearbeiten kann, entscheidet vor allem die Wellenlänge. Ein Material muss das Licht aufnehmen, sonst geht der Strahl hindurch oder wird reflektiert. Deshalb gibt es keinen Laser, der alles kann, und deshalb lohnt sich der Blick auf die fünf Typen, die im Hobby- und Kleingewerbe verbreitet sind.

Die Übersicht

Die Preise sind grobe Spannen aus unserer Geräteübersicht, Stand 10/2026. Schneidangaben sind Herstellerwerte und gelten nur für passende Materialien.

TypWellenlängeGut fürSchwach oder ungeeignetSchneidenPreis grob
Diodenlaserca. 450 nm (blau)Holz, Sperrholz, Leder, Papier, Karton, Kork, dunkles Acryl, Schiefer, beschichtete Metalleklares und helles Acryl, blankes Metall, klares GlasHolz und dunkles Acryl, je nach Leistung bis etwa 10 bis 20 mm in einem Durchgangunter 500 bis 3.000 €
CO₂-Laser10.600 nmHolz, Acryl (auch klar), Leder, Stoff, Papier, Gummi, Glas und Stein (gravieren)blankes MetallHolz und Acryl, auch dicker; die Stärke des Typsab etwa 1.500 € (einfache Desktop-Geräte) bis über 5.000 €
Faserlaser1064 nmEdelstahl, Aluminium, Messing, Titan, Edelmetalle, viele KunststoffeHolz, Papier, Stoff, klare Kunststoffenur dünnes Blech, meist unter 1 mmab etwa 1.000 € (einfache Galvo) bis über 5.000 €
Infrarotmodul1064 nm, 1 bis 5 WMetall markieren, Kunststoffe markierenHolz schneiden, tiefe Gravurpraktisch nichtZusatzmodul zu vielen Diodenlasern
UV-Laser355 nmGlas, Kristall (auch innen), Keramik, Kunststoffe, Foliendickere Materialien, Schneidennicht dafür gedacht3.000 bis 5.000 €

Diodenlaser

Diodenlaser nutzen Halbleiterdioden, die blaues Licht um 450 nm abgeben. Sie sind die günstigste und häufigste Bauart für den Einstieg. Dunkle und organische Materialien nehmen blaues Licht gut auf: Holz, Leder, Kork, Karton und dunkles Acryl funktionieren zuverlässig.

Die Grenze zeigt sich bei durchsichtigen und hellen Materialien. Klares Acryl ist bei 450 nm durchlässig, der Strahl geht einfach hindurch. Auch weißes oder sehr helles Material nimmt wenig Energie auf. Blankes Metall reflektiert zu stark. Edelstahl lässt sich mit starken Diodenlasern zwar markieren, sicherer gelingt das aber mit Markierspray oder einem Infrarotmodul.

Ein typisches offenes Gerät ist der Creality Falcon2 22W. Starke Diodenlaser mit 40 W und mehr schneiden laut Herstellern Holz bis in den Bereich von 15 bis 20 mm in einem Durchgang. Diese Werte sind optimistisch, rechne in der Praxis mit weniger.

CO₂-Laser

CO₂-Laser erzeugen das Licht in einer gasgefüllten Röhre. Ihre Wellenlänge liegt bei 10,6 µm, also 10.600 nm, weit im Infrarot. Fast alle Nichtmetalle nehmen dieses Licht sehr gut auf, auch klares Acryl und Glas. Darum ist CO₂ der Standard für Acrylschilder, Modellbau-Bausätze und Textilzuschnitt.

Glas wird mit CO₂ nicht geschnitten, aber matt graviert. Blankes Metall kann ein CO₂-Laser nicht markieren, dafür brauchst du Markierspray oder ein Zusatzmodul. Einfache Desktop-Geräte mit Glasröhre liegen in unserer Datenbank bei 1.500 bis 3.000 €, etwa der OMTech Polar Lite 55W. Geschlossene Markengeräte mit Kamera, Air Assist und Klasse-1-Gehäuse beginnen knapp unter 3.000 € und gehen bis über 5.000 €. CO₂-Geräte sind größer, schwerer und brauchen Kühlung und Abluft.

Faserlaser

Faserlaser arbeiten mit 1064 nm im nahen Infrarot. Metalle nehmen diese Wellenlänge deutlich besser auf als die von Diode oder CO₂. Faserlaser sind deshalb das Werkzeug für Gravur und Markierung auf Edelstahl, Aluminium, Messing, Titan und Edelmetallen. Auch viele Kunststoffe lassen sich kontrastreich markieren.

Holz, Papier und Stoff sind dagegen keine Stärke. Im Hobbybereich sind Faserlaser fast immer Galvo-Geräte mit kleinem Arbeitsfeld, zum Beispiel der ComMarker B4 20W mit 110 x 110 mm. Dünne Bleche schneiden sie, in der Regel unter 1 mm.

Eine Sonderform ist der MOPA-Faserlaser. Bei ihm lässt sich die Pulsdauer einstellen. Damit gelingen Farbmarkierungen auf Edelstahl und Titan sowie tiefschwarze Markierungen auf eloxiertem Aluminium. MOPA-Geräte kosten mehr als einfache Faserlaser.

Infrarotmodule (1064 nm)

Viele Diodenlaser bieten ein Zusatzmodul mit 1064 nm und 1 bis 5 W an. Es arbeitet auf derselben Wellenlänge wie ein Faserlaser, hat aber deutlich weniger Leistung. Solche Module markieren Edelstahl, Aluminium, Messing und dunkle Kunststoffe, oft mit sehr feinem Punkt. Für tiefe Metallgravur oder Schnitte reicht die Leistung nicht.

Für Einsteiger mit Diodenlaser ist so ein Modul ein günstiger Weg, gelegentlich Metall zu beschriften. Wer viel Metall bearbeitet, landet eher bei einem Faserlaser.

UV-Laser (355 nm)

UV-Laser arbeiten mit 355 nm. Die kurze Wellenlänge bricht Materialbindungen auf, ohne viel Wärme ins Material zu bringen. Man spricht von Kaltbearbeitung. Das hilft bei Materialien, die bei Hitze springen, schmelzen oder vergilben: Glas, Kristall, empfindliche Kunststoffe, Folien und Elektronik.

Hobby-UV-Laser haben meist 3 bis 10 W und einen sehr feinen Punkt, beim xTool F2 Ultra UV laut Händler 0,02 mm. Sie sind Galvo-Geräte zum Gravieren und Markieren, nicht zum Schneiden. Pro Watt sind sie die teuerste Kategorie.

Kombigeräte

Immer mehr Geräte vereinen zwei Quellen, meist Diode plus Faser oder Diode plus Infrarot. Das spart Platz und einen zweiten Rechner. Der Haken: Jede Quelle ist für sich ein Kompromiss, und das Arbeitsfeld richtet sich oft nach der kleineren Quelle. Prüfe vor dem Kauf, welche Quelle welche Leistung hat und welche Arbeitsfläche jeweils gilt.

Sicherheit hängt an der Wellenlänge

Jeder dieser Laser ist im offenen Betrieb Klasse 4. Die Schutzbrille muss genau zur Wellenlänge passen. Eine Brille für 450 nm schützt nicht vor 1064 nm oder 10.600 nm. Achte auf die Angabe der optischen Dichte (OD) für den passenden Wellenlängenbereich. Infrarot und UV sind zudem unsichtbar, du siehst den Strahl nicht. Mehr dazu im Artikel Laser-Sicherheit.

Kurz gesagt

  • Holz, Leder, Papier, dunkles Acryl: Diodenlaser.
  • Klares Acryl, viel Schneiden, Glas gravieren: CO₂-Laser.
  • Metall gravieren und markieren: Faserlaser, gelegentlich auch Infrarotmodul.
  • Glas, Kristall, empfindliche Kunststoffe: UV-Laser.

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