Druckplatten im Vergleich: glattes PEI, texturiertes PEI, Glas und mehr

Zubehör5 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

Die Druckplatte entscheidet mit darüber, ob die erste Schicht hält und ob sich der Druck danach wieder lösen lässt. Sie bestimmt außerdem, wie die Unterseite deines Teils aussieht. Eine zweite Platte ist deshalb eines der sinnvollsten Zubehörteile, aber nur, wenn sie zu deinen Materialien passt.

Die wichtigsten Arten

Glattes PEI

Eine dünne Folie aus PEI auf einer Federstahlplatte. PLA, ABS und ASA haften sehr gut, die Unterseite wird glatt und leicht glänzend. Bei PETG und manchen TPU-Sorten ist die Haftung zu stark: Ohne Trennschicht reißt der Druck Stücke aus der Folie. Bambu Lab rät auf seiner glatten Platte bei allen Materialien außer PLA zu Kleber.

Texturiertes PEI (Powder-coated)

Hier ist PEI als Pulver aufgeschmolzen, die Oberfläche ist rau. Die meisten Alltagsmaterialien haften ohne Hilfsmittel und lösen sich nach dem Abkühlen fast von selbst. PETG und TPU funktionieren gut. Die Unterseite bekommt eine feine, matte Struktur. Für Einsteiger ist das meist die unkomplizierteste Platte.

Ähnlich arbeiten satinierte Platten. Sie liegen zwischen glatt und texturiert und erzeugen eine fein matte Unterseite.

Cool Plate und Engineering Plate

Das sind Herstellerbezeichnungen, vor allem bei Bambu Lab. Eine Cool Plate ist für PLA bei niedriger Betttemperatur gedacht und liefert eine glatte Unterseite. Die ursprüngliche Version braucht Kleber, neuere Varianten mit besonders haftender Oberfläche kommen ohne aus. Eine Engineering Plate hat eine harte, glatte Beschichtung und ist für technische Materialien gedacht. Der Hersteller schreibt hier für jedes Material Kleber vor.

Glas

Eine Glas- oder Spiegelplatte ist sehr eben und liefert eine spiegelglatte Unterseite. PLA haftet auf sauberem, warmem Glas gut. PETG kann sich so fest verbinden, dass beim Lösen Splitter aus dem Glas brechen, hier ist Klebestift als Trennschicht Pflicht. Nachteile: Glas ist schwer, heizt langsamer auf und lässt sich nicht biegen. Auf aktuellen Druckern mit Magnetbett spielt Glas kaum noch eine Rolle.

G10 (Garolite)

Ein glasfaserverstärktes Epoxid-Laminat, matt und hart. Es ist die klassische Oberfläche für Nylon, das auf vielen anderen Platten schlecht hält. PLA und PETG gehen auch, ABS und ASA eher schlechter. Die Unterseite wird matt. G10 gibt es als dünne Platte zum Aufkleben auf Federstahl oder als feste Platte.

Magnetfolien und Spezialplatten

Günstige magnetische Druckfolien mit Kunststoffbeschichtung sind oft bei älteren Druckern dabei. Sie funktionieren mit PLA ordentlich, verschleißen aber schneller und vertragen weniger Hitze. Daneben gibt es Spezialplatten, etwa für PP, Nylon oder Hochtemperaturmaterialien wie PEEK.

Welches Material auf welcher Platte?

Richtwerte. Die Materialtabelle des Plattenherstellers geht immer vor.

MaterialGlattes PEITexturiertes PEIGlasG10Engineering Plate
PLAgut, ohne Trennmittelgutgutgutmit Kleber
PETGnur mit Klebestift als Trennschichtgutnur mit Trennschichtgutmit Kleber
TPUmit Trennschichtmeist gutmit Klebergutmit Kleber
ABS, ASAgut, oft mit Klebergutmit Klebermäßigmit Kleber
PA (Nylon)mit Klebermit Kleberschlechtsehr gutmit Kleber
PCmit Klebermit Kleberschlechtmäßigmit Kleber

Klebestift hat zwei Aufgaben: Bei Nylon und PC verbessert er die Haftung, bei PETG auf glattem PEI schützt er die Platte. In beiden Fällen reicht eine dünne Schicht. Mehr zu den Materialien findest du bei Nylon und Polycarbonat.

Optik der Unterseite

Die Platte prägt die Unterseite deines Drucks wie einen Stempel.

  • Glattes PEI, Cool Plate, Engineering Plate: glatt, je nach Beschichtung glänzend oder seidenmatt
  • Glas: spiegelglatt
  • Texturiertes PEI: gleichmäßig rau und matt, kleine Kratzer am Teil fallen kaum auf
  • Satin: fein matt
  • G10: matt, leicht strukturiert

Es gibt auch Platten mit Mustern, etwa Karbonoptik oder Sternenhimmel. Das Muster überträgt sich auf die Unterseite.

Pflege

  • Fett ist der größte Feind. Nicht mit den Fingern auf die Druckfläche fassen.
  • Für zwischendurch Isopropanol mit mindestens 90 % auf einem fusselfreien Tuch.
  • Gründlicher reinigt warmes Wasser mit Spülmittel. Danach gut abtrocknen.
  • Aceton nur, wenn der Hersteller es erlaubt. Bei texturierten Platten ist es meist nicht vorgesehen.
  • Teile erst nach dem Abkühlen lösen und Federstahlplatten nur leicht biegen, nie knicken. Mehr dazu in Druck lässt sich nicht lösen.
  • Auf PEI nur Spachtel aus Kunststoff verwenden.

Die Routine dazu steht im Artikel Drucker warten.

Lebensdauer

Druckplatten sind Verschleißteile. Prusa weist ausdrücklich darauf hin, dass die Beschichtung mit der Zeit nachlässt. Eine feste Zahl gibt es nicht, es hängt von Material, Temperatur und Umgang ab. Zeichen, dass eine Platte fällig ist:

  • Haftung lässt trotz gründlicher Reinigung deutlich nach
  • Ausrisse oder blanke Stellen in der Beschichtung
  • Dellen oder ein Knick, die Platte liegt nicht mehr plan

Kleine Schäden umgehst du, indem du Teile an anderer Stelle platzierst. Texturiertes PEI gilt als robust, glattes PEI ist empfindlicher gegen Ausrisse.

Größe und Kompatibilität

Fast alle aktuellen Drucker nutzen eine Federstahlplatte auf einer Magnetbasis. Beim Kauf zählt:

  • Maß: Die Platte muss zum Bett passen, etwa 235 × 235 mm oder 256 × 256 mm. Nicht die Druckfläche, sondern das Maß der Platte vergleichen.
  • Ausrichtung: Viele Drucker haben Stifte oder Aussparungen an der Hinterkante. Die Platte braucht passende Kerben.
  • Dicke: Bei Druckern mit automatischer Nivellierung über Drucksensoren kann eine andere Dicke einen neuen Z-Offset nötig machen.
  • Magnetbasis: Nachrüstsätze mit eigener Magnetfolie werden aufs Bett geklebt. Die Temperaturgrenze liegt meist um 100 bis 120 °C. Steht keine Angabe dabei, lieber nachfragen.
  • Doppelseitig: Viele Platten sind auf beiden Seiten beschichtet, etwa glatt und texturiert. Praktisch, um beide Oberflächen auszuprobieren.

Preise: Federstahlplatten mit PEI für gängige Bettgrößen kosten etwa 20 bis 50 €, Originalplatten der Druckerhersteller oft 35 bis 70 €. Spezialplatten für große Drucker oder Hochtemperaturmaterialien liegen darüber.

Weiter mit: Erste Schicht hält nicht, falls die Haftung trotz passender Platte nicht stimmt.