Filamenttrockner kaufen: Worauf es wirklich ankommt

Zubehör4 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

Feuchtes Filament knistert, zieht Fäden und macht spröde Teile. Ein Filamenttrockner löst das zuverlässiger als Backofen oder Heizung. Die Geräte unterscheiden sich aber stark, und der wichtigste Unterschied steht oft nur im Kleingedruckten: die maximale Temperatur.

Welche Temperatur und Dauer welches Material braucht, steht im Artikel Filament trocknen und lagern. Hier geht es darum, welches Gerät dafür taugt.

Die Gerätearten

Trockenbox mit Heizung

Die häufigste Form: eine Box für eine bis vier Spulen mit Heizelement, Lüfter, Temperaturregler und meist einem Timer. Die Spule liegt auf Rollen, das Filament kann durch eine Öffnung direkt zum Drucker laufen. Einfache Modelle für eine Spule erreichen oft nur 50 bis 70 °C. Größere oder hochwertigere Geräte schaffen 80 bis 85 °C, einzelne Modelle über 100 °C.

Umgebautes Dörrgerät

Ein Dörrautomat für Obst mit runden Etagen. Damit eine Spule hineinpasst, nimmt man Einlegeböden heraus oder druckt einen Ringaufsatz. Das ist günstig und oft erstaunlich wirksam, weil Dörrgeräte gut belüftet sind. Nachteile: Die Temperaturanzeige ist oft ungenau, viele Geräte gehen nur bis etwa 70 °C, und drucken direkt aus dem Gerät ist ohne Umbau nicht vorgesehen.

Trockner mit Durchführung zum Drucken

Viele Trockenboxen haben eine Öffnung mit Schlauchanschluss. So trocknest du und druckst gleichzeitig, die Spule bleibt während des ganzen Drucks warm und trocken. Das ist vor allem bei Nylon, PVA und TPU praktisch, die schon nach Stunden an der Luft wieder Feuchte ziehen. Achte auf leichtgängige Rollen, sonst steigt der Widerstand am Extruder.

Im Mehrfarbsystem integrierte Trocknung

Einige Mehrfarbsysteme heizen den Spulenraum. Das spart ein Gerät und Platz. Die Temperaturgrenzen sind aber unterschiedlich: Nach Herstellerangaben erreichen etwa die Systeme AMS 2 Pro von Bambu Lab und ACE 2 Pro von Anycubic bis zu 65 °C, die Einzelspul-Variante AMS HT bis zu 85 °C. Bei der AMS 2 Pro gilt der Höchstwert nur bei ausreichend warmer Umgebung. Für PLA, PETG und TPU reicht das, für Nylon und PC nicht immer. Mehr zu diesen Systemen unter Mehrfarbdruck.

Kaufkriterien

Maximale Temperatur

Das wichtigste Kriterium. Für PLA, PETG und TPU reichen 55 bis 65 °C. Für ABS und ASA, vor allem aber für Nylon und Polycarbonat brauchst du 70 bis 80 °C. Prüfe dabei zwei Dinge:

  • Steht die Temperatur im Datenblatt oder nur auf der Verpackung? Manche Angaben meinen die Heizelementtemperatur, nicht die Luft an der Spule.
  • Wird sie bei normaler Raumtemperatur erreicht? In einem kalten Keller schafft ein schwaches Gerät oft deutlich weniger.

Ein günstiges Thermometer in der Box zeigt dir, was tatsächlich ankommt. Bei Spulen aus Pappe oder dünnem Kunststoff auf deren Temperaturgrenze achten.

Anzahl der Spulen

Eine Spule reicht, wenn du meist ein Material druckst. Für Mehrfarbdruck oder mehrere Drucker sind zwei bis vier Spulen praktisch. Manche Geräte mit vier Plätzen haben zwei getrennte Kammern, sodass du zwei Materialien bei unterschiedlichen Temperaturen trocknen kannst. Prüfe auch, ob Spulen mit 1 kg und 2 kg sowie breite Pappspulen hineinpassen.

Aktive Luftzirkulation und Feuchte-Abfuhr

Wärme allein trocknet nicht. Die Feuchte muss aus der Box hinaus, sonst steigt die Luftfeuchte im Inneren und das Filament nimmt sie beim Abkühlen wieder auf. Achte auf einen Lüfter, der die Luft umwälzt, und auf Lüftungsschlitze oder ein Ventil, das feuchte Luft abführt. Geräte ohne Lüfter heizen oft ungleichmäßig: Die Außenseite der Spule ist warm, die inneren Lagen kaum.

Hygrometer

Ein eingebauter Feuchtesensor zeigt, ob das Trocknen wirkt. Die Werte sind ein grober Anhaltspunkt, keine exakte Messung des Filaments. Fehlt er, tut es ein kleines digitales Hygrometer für wenige Euro.

Spulenrollen

Kugelgelagerte Rollen drehen leichter als einfache Kunststoffrollen. Das zählt beim Drucken direkt aus der Box. Einige Geräte drehen die Spule beim Trocknen selbst, damit sie gleichmäßig warm wird.

Lautstärke

Der Lüfter läuft oft viele Stunden, bei Nylon auch über Nacht. Herstellerangaben zur Lautstärke sind selten vergleichbar. Steht der Trockner im Wohnraum, lohnt ein Blick in Testberichte.

Sonstiges

Timer mit automatischer Abschaltung, gut lesbares Display, Voreinstellungen für Materialien, eine dichte Bauweise mit Isolierung und eine CE-Kennzeichnung. Ein Gerät, das stundenlang heizt, sollte nicht in der Nähe von brennbarem Material stehen, siehe Sicherheit.

Preisspannen

GeräteartSpulenMax. Temperatur etwaPreis etwa
Einfache Trockenbox150 bis 70 °C30 bis 70 €
Dörrgerät1 bis 2bis 70 °C30 bis 60 €
Trockenbox mittel2 bis 470 bis 85 °C70 bis 200 €
Hochtemperatur-Trockner2 bis 3bis 110 °C200 bis 350 €
Mehrfarbsystem mit Trocknung1 bis 465 bis 85 °C100 bis 350 €

Die Preise schwanken stark mit Aktionen. Beim Vergleich zählt der Preis pro Spulenplatz weniger als die Frage, ob das Gerät die Temperatur für deine Materialien schafft.

Nach dem Trocknen: richtig lagern

Ein Trockner bringt wenig, wenn die Spule danach wochenlang offen liegt. Kurz zusammengefasst:

  1. Spule in eine luftdichte Box mit Dichtung oder einen Vakuumbeutel.
  2. Trockenmittel wie Silikagel dazu, am besten mit Farbumschlag.
  3. Ein kleines Hygrometer zeigt, wann das Trockenmittel gesättigt ist.

Es gibt Lagerboxen mit Durchführung, aus denen du direkt druckst. Für empfindliche Materialien ist das eine günstige Ergänzung zum Trockner.

Weiter mit: Filament trocknen und lagern für Temperaturen und Zeiten je Material.