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Filament umspulen, Refill-Spulen und Filament verbinden

Filamente8 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

Beim Umspulen wickelst du Filament von einer Spule auf eine andere, zum Beispiel von einer Pappspule auf eine Kunststoffspule, die in dein Mehrfarbsystem passt. Die wichtigste Regel dabei: Lass das lose Ende nie los. Knoten entstehen fast immer, weil das Ende zurückspringt und unter eine andere Windung rutscht. Refills ohne Spule setzt du dagegen auf eine wiederverwendbare Spule des Herstellers und schneidest die Haltebänder erst ab, wenn die Spule fest geschlossen ist. Filamentreste lassen sich mit Wärme verbinden, die Stelle muss danach aber wieder den normalen Durchmesser haben.

Wann Umspulen sinnvoll ist

  • Spule passt nicht: Mehrfarbsysteme und Trockner nehmen nur bestimmte Spulenmaße auf (Tabelle unten).
  • Pappspule: Manche Systeme sind nicht für Pappspulen freigegeben. QIDI etwa schreibt, dass die QIDI Box nicht mit Pappspulen kompatibel ist, und empfiehlt einen Adapterring. Snapmaker nennt als Nachteile von Pappspulen mehr Reibung, Pappstaub und dass sie leichter Feuchtigkeit aufnehmen.
  • Spule beschädigt: Ein abgebrochener Spulenrand kann das Filament unregelmäßig abrollen lassen.
  • Filament ohne Spule gekauft: Großgebinde oder Refills müssen auf eine Spule.

Spulenmaße einiger Mehrfarbsysteme

SystemDurchmesserBreiteHinweis
Bambu Lab AMS liteInnendurchmesser 53 bis 58 mm40 bis 68 mmkeine weitere Herstellerangabe
Creality CFS197 bis 202 mm42 bis 68 mmkeine weitere Herstellerangabe
Creality CFS lite195 bis 202 mm42 bis 68 mmPappspulen von Creality laut Hersteller kompatibel
Anycubic ACE 2 Pro195 bis 200 mm60 bis 68 mmStandardspulen mit 1 kg
QIDI Box195 bis 202 mm50 bis 72 mmkeine Pappspulen ohne Adapterring

Stand: Herstellerangaben im Oktober 2026. Für andere Geräte und neuere Modelle gilt die Anleitung des Herstellers. Welche Filamente ein System grundsätzlich verarbeitet, steht in Mehrfarbig drucken.

Umspulen von Hand

Du brauchst die volle Spule, eine leere Spule, eine Stange, auf der sich beide frei drehen (zur Not ein Besenstiel zwischen zwei Stühlen), und einen Filamentclip oder Klebeband. Snapmaker beschreibt den Ablauf so:

  1. Beide Spulen aufstecken, sodass sich beide leicht drehen. Das Filament soll von der vollen Spule in derselben Richtung ablaufen, in der es auf die leere Spule läuft, zum Beispiel beide oben.
  2. Ende übergeben: Das Ende von der vollen Spule lösen, ohne es loszulassen, und durch eines der Löcher im Kern der leeren Spule fädeln.
  3. Wickeln: Die leere Spule drehen. Mit der anderen Hand das Filament leicht und gleichmäßig gespannt halten.
  4. Führen: Das Filament dabei hin und her über die Breite der Spule führen, damit gleichmäßige Lagen entstehen.
  5. Ende sichern: Am Schluss das Ende festhalten und sofort im Rand der neuen Spule einklemmen.

Eine sauber gewickelte Spule läuft gleichmäßiger ab. Etwas unordentliche Lagen sind laut Snapmaker kein Problem, solange nichts verknotet ist. Eine glatte Wicklung bleibt aber seltener hängen.

Umspulen mit Umspuler

Eine ganze Spule mit 1 kg von Hand umzuwickeln dauert. Schneller geht es mit Hilfsmitteln:

  • Akkuschrauber: Die leere Spule sitzt auf einer Achse, die in den Schrauber gespannt wird.
  • Gedruckter Umspuler: Auf MakerWorld, Printables und anderen Plattformen gibt es viele Modelle, oft mit Kugellagern und Führung für das Filament.

Auch hier gilt: langsam und gleichmäßig drehen, das Filament leicht gespannt führen und das Ende nie loslassen. Snapmaker warnt ausdrücklich davor, zu schnell zu wickeln.

Ist die Spule schon verknotet?

Einen echten Knoten bekommst du durch Weiterwickeln nicht heraus. Snapmaker empfiehlt, ein paar Dutzend Meter von Hand abzuwickeln und lose auf den Boden fallen zu lassen, bis die Stelle sichtbar wird, an der eine Windung unter einer anderen liegt. Diese Stelle lösen, das lose Filament vorsichtig auf die neue Spule wickeln und dann normal weitermachen.

Refills: Filament ohne Spule verwenden

Refills sind Filamentrollen ohne eigene Spule. Sie werden auf eine wiederverwendbare Spule gesetzt. Wichtig: Ein Refill gehört auf eine Spule, die der Hersteller dafür freigibt. Die Kerne unterscheiden sich je nach Marke.

Bambu Lab Reusable Spool

Laut Bambu-Lab-Wiki gibt es zwei Ausführungen der wiederverwendbaren Spule:

AusführungMaterialTemperaturgrenzeFreigegebene Filamente
Low TempABSbis 70 °CPLA, PETG
High TempABS+PCbis 90 °CPLA, PETG, ABS, ASA, PA6-GF, ABS-GF, PAHT-CF, PET-CF, PA6-CF, PC, TPU

Die Temperaturgrenze ist wichtig, wenn du das Filament auf der Spule trocknest.

So setzt du ein Refill ein:

  1. Verpackung entfernen. Das durchsichtige Halteband bleibt dran. Bei Refills mit 250 g bleibt auch der Pappkern drin.
  2. Spule gegen den Uhrzeigersinn aufdrehen. Die breite Hälfte ist links, die schmale rechts.
  3. Die Kerbe im Pappkern des Refills auf den Clip der breiten Hälfte ausrichten, Refill fest aufdrücken, schmale Hälfte aufsetzen und im Uhrzeigersinn drehen, bis es leise klickt.
  4. Erst jetzt das Halteband am Filamentende öffnen, das Ende in das runde Loch der Spule stecken und dann das restliche Band entfernen.
  5. Steht das Filament seitlich ab, die Windungen von Hand an die Spule drücken. Das verhindert, dass sich Windungen lösen und verheddern.
  6. Etikett des neuen Filaments auf die Spule kleben.

SUNLU bietet Refills an, die laut Hersteller nur auf die eigene wiederverwendbare Spule der dritten Generation und auf die Bambu-Lab-Spule passen.

Prusament Refill

Prusa beschreibt in seiner Wissensdatenbank zwei Varianten. Bei den älteren Refills mit 1 kg werden die schwarzen Seitenteile einer leeren Prusament-Spule vom Pappkern gezogen und auf das Refill gedrückt. Lassen sich die Teile schwer lösen, empfiehlt Prusa, die Spule einzuweichen, dann gibt der Pappkern sofort nach. Das orangefarbene Band schneidest du erst ab, wenn die Spule fest zusammengesetzt ist, am besten mit einer Schere statt mit einem Messer. Graue Prusament-Spulen für technische Materialien sind verklebt und lassen sich so nicht zerlegen. Für die neueren Refills mit 900 g ohne Pappkern hat Prusa eine eigene Anleitung.

Die häufigsten Fehler bei Refills

  • Haltebänder zu früh abgeschnitten: Dann springen Windungen auf, und die Rolle verheddert sich. Bambu Lab und Prusa sagen beide ausdrücklich: Band erst ab, wenn die Spule geschlossen ist.
  • Spule nicht richtig eingerastet: Eine halb geschlossene Spule kann im Mehrfarbsystem schleifen.
  • Falsche Spule: Refills verschiedener Hersteller haben unterschiedliche Kerne. Vorher prüfen, ob der Hersteller die Kombination freigibt.

Filament verbinden

Reste von verschiedenen Spulen lassen sich zu einem längeren Strang verschmelzen. Das spart Reste oder ermöglicht einfache Farbverläufe ohne Mehrfarbsystem.

Die Methoden

MethodeSo funktioniert esZu beachten
PTFE-Schlauch und WärmeBeide Enden gerade abschneiden, von beiden Seiten in ein kurzes Stück PTFE-Schlauch schieben, die Mitte mit Heißluft oder Feuerzeug erwärmen und die Enden zusammendrückenDer Schlauch hält den Durchmesser. Ein gedruckter Halter mit Feder erleichtert das.
Alufolie und LötkolbenEnden gerade abschneiden, eng in Alufolie wickeln, mit dem Lötkolben erwärmen, in der Folie abkühlen lassenKann laut Tom’s Hardware leicht schmieren
Filament-SchweißgerätGerät heizt auf eine einstellbare Temperatur, Enden werden darin verschmolzenBeispiel SUNLU FC01: heizt in etwa 3 Minuten auf 185 °C, maximal 240 °C, für PLA, ABS und PETG mit 1,75 mm

Woran du eine gute Verbindung erkennst

Mosaic, Hersteller des Palette-Systems, das Filament automatisch zusammenschweißt, nennt drei Prüfpunkte:

  1. Die Verbindung hält beim Einziehen in den Extruder.
  2. Sie lässt sich biegen und bricht erst nach mehrmaligem Hin- und Herbiegen.
  3. Der Durchmesser liegt bei etwa 1,75 mm, plus oder minus 0,10 mm. Am besten mit einem Messschieber an mehreren Stellen messen.

Ist die Stelle dicker, schleife oder schneide den Wulst vorsichtig ab, bis sie wieder durch den Schlauch passt.

Grenzen

  • Gleiches Material: SUNLU bewirbt sein Gerät ausdrücklich für Filamente aus demselben Material in unterschiedlichen Farben. Verschiedene Materialien wie PLA und PETG verbindet zwar auch das Palette-System von Mosaic, braucht dafür aber eigene Einstellungen, teils sogar je nach Richtung der Verbindung.
  • Trockenes Filament: SUNLU empfiehlt, Filament vor dem Verbinden zu trocknen, damit die Verbindung hält.
  • Übung: Die ersten Versuche gelingen selten. Teste die Stelle, bevor du sie in einen langen Druck schickst.
  • Spröde Enden: Bricht das Filament schon beim Biegen, hilft auch eine gute Verbindung wenig. Mehr dazu in Filament bricht oder wird spröde.

Weiter mit: Filament trocknen und lagern und Mehrfarbig drucken.

Quellen (12)