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Filament lagern: Box, Vakuumbeutel und Trockenmittel

Filamente6 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

Die kurze Antwort: Filament gehört luftdicht verschlossen mit Trockenmittel gelagert, am besten mit einem kleinen Hygrometer in der Box. Bambu Lab empfiehlt für die meisten Filamente eine Luftfeuchte unter 20 %. Ob du dafür eine Box mit Dichtung oder einen Vakuumbeutel nimmst, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass möglichst wenig feuchte Raumluft an die Spule kommt.

Warum das wichtig ist: Fast alle Filamente nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf. Feuchtes Filament knistert, zieht Fäden und druckt raue, spröde Teile. Wie du es wieder trocken bekommst, steht in Filament trocknen.

Wie schnell wird Filament feucht?

Bambu Lab nennt im eigenen Wiki konkrete Zahlen:

  • Normale Raumluft hat meist 45 bis 65 % relative Luftfeuchte, bei feuchtem Wetter mehr.
  • Bei rund 55 % Raumluftfeuchte nimmt frisch getrocknetes Filament innerhalb von 2 bis 12 Stunden wieder so viel Feuchtigkeit auf, dass die Druckqualität spürbar leidet.
  • In einer Umgebung mit 20 % bleibt Filament etwa 2 bis 7 Tage trocken, je nachdem, wie stark das Material Wasser zieht.

Je niedriger die Luftfeuchte, desto länger bleibt das Filament trocken. Besonders empfindlich sind laut Bambu Lab Nylon-Sorten wie PA, PA-CF und PA12-CF. Auch TPU, PC und PVA gehören zu den Materialien, die schnell Wasser ziehen, siehe die Tabelle in Filament trocknen.

Die vier Bausteine

1. Ein dichter Behälter

Bambu Lab empfiehlt eine luftdichte Box, als Größe nennt das Wiki 4 Liter. Worauf es ankommt:

  • Umlaufende Dichtung im Deckel. Ein einfacher Klickdeckel hält Staub fern, aber keine Luftfeuchte. Das gilt für Boxen aus dem Baumarkt genauso wie für Möbelhaus-Boxen, etwa von IKEA. Schau dir vor dem Kauf an, ob der Deckel eine Gummi- oder Silikondichtung hat.
  • Lieber eine Box pro Spule oder pro Material. Jedes Öffnen lässt feuchte Luft hinein. Prusa schreibt zur eigenen Drybox, dass es nach dem Schließen bis zu einer Stunde dauern kann, bis die Luftfeuchte wieder gesunken ist.
  • Dichtung prüfen. Prusa empfiehlt, die Dichtung bei jedem Öffnen kurz anzusehen, weil eine schlecht sitzende Dichtung die Luftfeuchte steigen lässt.

Für größere Sammlungen gibt es auch große Boxen für mehrere Spulen. Dann lohnt es sich besonders, empfindliche Materialien wie Nylon getrennt zu halten, damit sie nicht jedes Mal mitgeöffnet werden.

2. Trockenmittel

Trockenmittel bindet das Wasser aus der Luft in der Box. Die gängigen Varianten:

TrockenmittelEigenschaften laut Bambu Lab
Silikagel mit FarbumschlagKügelchen wechseln die Farbe, wenn sie gesättigt sind (bei Bambu von Gelb oder Orange zu Lila). Lässt sich trocknen und wiederverwenden.
MolekularsiebSenkt die Luftfeuchte bei Raumtemperatur schneller und stärker als Silikagel und bleibt auch bei höheren Temperaturen wirksam.
CalciumchloridWird beim Sättigen flüssig. Bambu Lab verwendet es wegen der Gefahr von Auslaufen und Korrosion in neuen AMS-Einheiten nicht mehr.

Bambu Lab rät zu „genug wirksamem Trockenmittel“ in der Box und dazu, es regelmäßig zu prüfen und zu ersetzen, wenn es nicht mehr wirkt.

3. Ein Hygrometer

Ein kleines digitales Thermo-Hygrometer zeigt dir, ob die Box noch trocken ist. Bambu Lab empfiehlt das ausdrücklich für empfindliche Materialien und nennt als Zielwert unter 20 %. Steigt der Wert trotz geschlossener Box, ist das Trockenmittel gesättigt oder die Dichtung undicht.

4. Disziplin

  • Spule nach dem Druck zurück in die Box, nicht tagelang im Drucker hängen lassen.
  • Filamentende sichern, zum Beispiel in den Löchern am Spulenrand. Bambu Lab weist darauf hin, damit sich die Wicklung nicht lockert und später verheddert.
  • Bei sehr empfindlichen Materialien direkt aus der Box oder aus einem Trockner drucken. Prusas Drybox und Bambu Labs Wiki beschreiben genau diesen Aufbau: Das Filament läuft durch eine Öffnung oder einen Schlauch aus der geschlossenen Box zum Drucker.

Warum Vakuumbeutel?

Viele Hersteller liefern Spulen vakuumverpackt mit einem Trockenmittelbeutel aus. Polymaker beschreibt das so: Das Filament wird vor dem Versand getrocknet und dann zusammen mit Trockenmittel vakuumversiegelt, damit es trocken beim Kunden ankommt.

Für die Lagerung zu Hause hat der Vakuumbeutel zwei Vorteile:

  • Wenig Luft, wenig Wasser. Je weniger Luft im Beutel ist, desto weniger Feuchtigkeit kann überhaupt an die Spule gelangen, und das Trockenmittel muss weniger binden.
  • Platzsparend. Beutel lassen sich stapeln und brauchen weniger Platz als Boxen.

Nachteile: Der Beutel muss für jeden Druck geöffnet und neu verschlossen werden, und ein kleines Loch macht ihn wirkungslos, ohne dass du es merkst. Ein Hygrometer passt kaum hinein. Für Spulen, die du oft brauchst, ist eine Box mit Dichtung bequemer, für Vorräte und selten genutzte Farben ist der Vakuumbeutel praktisch.

Trockenbox ist kein Trockner

Eine passive Trockenbox (Drybox) hält trockenes Filament trocken. Sie macht feuchtes Filament nicht wieder trocken. Prusa schreibt das zur eigenen Drybox ausdrücklich: Bereits feuchtes Filament muss vorher getrocknet werden.

Wenn du nach der „besten Trockenbox“ suchst, unterscheide deshalb:

GerätWas es kann
Passive Box mit Dichtung und TrockenmittelLagern und Drucken aus trockener Umgebung
Filamenttrockner mit HeizungFeuchtes Filament trocknen, bei vielen Modellen auch während des Drucks
Mehrfarbsystem mit TrocknungJe nach Modell Lagern, Drucken und Trocknen in einem Gerät

Worauf es beim Kauf eines Trockners ankommt, steht unter Filamenttrockner kaufen. Höchsttemperatur, Spulenzahl und Preise aktueller Geräte zeigt der Filamenttrockner-Vergleich.

Trockenmittel wieder trocknen

Gesättigtes Silikagel lässt sich regenerieren. Bambu Lab beschreibt für sein Silikagel:

  1. Kügelchen flach auf einer hitzefesten Unterlage verteilen, nicht in der Kunststoffhülle.
  2. Im Backofen bei 80 bis 90 °C, maximal 100 °C, sonst wird die Struktur beschädigt.
  3. Leicht verfärbt 1 bis 2 Stunden, voll gesättigt 2 bis 3 Stunden.
  4. Abkühlen lassen und sofort luftdicht verpacken, wenn es nicht gleich wieder in die Box kommt.

Laut Bambu Lab lässt sich das Trockenmittel 5- bis 15-mal wiederverwenden. Wechselt die Farbe nur noch langsam oder zerbröseln die Kügelchen, ist es verbraucht. Bambu Lab empfiehlt außerdem, dafür nicht dasselbe Blech wie für Lebensmittel zu nehmen. Andere Trockenmittel haben andere Grenzwerte, hier gilt die Angabe auf der Packung.

Weitere Hinweise

  • Kühl, trocken, dunkel. Extrudr gibt in seinen Datenblättern Raumtemperatur (18 bis 27 °C), trockene Lagerung und keine direkte Sonne oder Hitze an. Bei richtiger Lagerung nennt Extrudr eine Haltbarkeit von 2 Jahren.
  • Kartonspulen und Trockner. Polymaker schreibt, dass Kartonspulen höhere Temperaturen beim Trocknen vertragen als Kunststoffspulen, die sich verziehen können. In Mehrfarbsystemen mit Antriebsrollen am Spulenrand können Kartonspulen laut Polymaker rutschen oder Papierstaub erzeugen. Polymaker empfiehlt dafür gedruckte Adapterringe.
  • Restmenge im Blick. Wie viel Filament noch auf einer angebrochenen Spule ist, rechnest du mit dem Filament-Rechner aus dem Gewicht aus.

Kurz zusammengefasst

FrageAntwort
Wie trocken?unter 20 % relative Luftfeuchte (Bambu Lab)
Womit?luftdichte Box mit Dichtung oder Vakuumbeutel, plus Trockenmittel
Wie kontrollieren?Hygrometer in der Box, Farbumschlag des Trockenmittels
Trockenmittel regenerieren?Silikagel bei 80 bis 90 °C, maximal 100 °C (Bambu Lab)
Trocknet eine Trockenbox?Nein, sie hält nur trocken. Feuchtes Filament erst trocknen.
Quellen (4)