ABS drucken: Einstellungen, Gehäuse, Belüftung und Glätten
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
ABS ist ein klassischer Technik-Kunststoff. Aus ihm bestehen zum Beispiel LEGO-Steine und viele Gehäuse von Haushaltsgeräten. Im 3D-Druck ist es beliebt, weil es hitzebeständig ist, sich gut nachbearbeiten lässt und mit Aceton glätten lässt. Dafür stellt es mehr Ansprüche an Drucker und Umgebung als PLA oder PETG.
Einstellungen auf einen Blick
| Einstellung | Richtwert |
|---|---|
| Düsentemperatur | 240 bis 260 °C |
| Betttemperatur | 90 bis 110 °C |
| Bauteilkühlung | gering, 0 bis 30 % |
| Gehäuse | dringend empfohlen |
| Druckplatte | PEI, bei Bedarf mit Klebestift |
Die Angabe auf der Spule geht vor.
Warum ein Gehäuse fast Pflicht ist
ABS schrumpft beim Abkühlen stärker als PLA oder PETG. Kühlen die oberen Schichten ab, ziehen sie an den unteren, und die Ecken lösen sich vom Bett. Bei großen Teilen reißen außerdem einzelne Schichten auseinander.
Ein geschlossener Drucker hält die Wärme im Bauraum und verhindert Zugluft. Das ist der wichtigste Hebel gegen Warping. Mit einem offenen Drucker gelingen kleine ABS-Teile zwar manchmal, große Teile aber kaum zuverlässig. Eine Übersicht über passende Geräte findest du unter Geschlossene Drucker.
Tipp: Vor dem Druck das Bett 10 bis 15 Minuten aufheizen lassen, damit der Bauraum warm ist.
Dämpfe und Belüftung
Beim Drucken von ABS entstehen Styrol-Dämpfe und sehr feine Partikel. Der Geruch ist deutlich wahrnehmbar.
- Nicht im Schlafzimmer oder Kinderzimmer drucken
- Für gute Belüftung sorgen, zum Beispiel durch regelmäßiges Lüften, ohne direkte Zugluft auf den Drucker
- Ein Drucker mit Aktivkohle- oder HEPA-Filter oder eine Absaugung nach draußen verringert die Belastung deutlich
Wofür ABS gut ist
- Teile, die warm werden: formstabil bis rund 90 bis 100 °C, zum Beispiel im Auto innen oder an Geräten
- Mechanisch belastete Teile: zäher als PLA
- Teile, die nachbearbeitet werden: lässt sich gut schleifen, bohren und kleben
- Glatte Oberflächen: durch Acetonglätten
Für Teile, die draußen in der Sonne stehen, ist ABS weniger geeignet, weil es vergilbt und spröde wird. Dafür gibt es ASA.
Acetonglätten
ABS löst sich in Aceton an. Bedampft man ein Teil mit Acetondampf, schmilzt die Oberfläche leicht an, und die Schichtlinien verschwinden. Das Ergebnis ist eine glatte, glänzende Oberfläche.
Wichtig: Aceton ist leicht entzündlich, und die Dämpfe sind gesundheitsschädlich. Nur im Freien oder mit sehr guter Belüftung arbeiten, keine offenen Flammen und keine Wärmequellen in der Nähe, Herstellerhinweise des Acetons beachten. Kleine Details und Kanten werden beim Glätten weicher.
Typische Probleme
| Problem | Häufige Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Ecken lösen sich | Zugluft, zu kaltes Bett | Gehäuse, Betttemperatur erhöhen, Brim |
| Risse zwischen Schichten | Bauraum zu kalt, zu viel Kühlung | Kammer vorheizen, Lüfter reduzieren |
| Schlechte Haftung | Platte verschmutzt | Reinigen, dünn Klebestift |
| Raue Oberfläche, Knistern | Feuchtes Filament | Trocknen bei 70 bis 80 °C |
ABS im Vergleich
Wie sich ABS gegen PLA, PETG, ASA und TPU schlägt, zeigt die Filament-Übersicht.