Laser-Zubehör: Was du wirklich brauchst und worauf du achtest
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Zum Lasergravierer kommt fast immer Zubehör dazu. Manches ist Pflicht für die Sicherheit, manches nur bequem. Hier steht für jedes Teil, wofür es da ist, wann du es brauchst und worauf du beim Kauf achtest.
Die Übersicht
| Zubehör | Nötig? | Vor allem für |
|---|---|---|
| Laserschutzbrille | Pflicht bei offenen Geräten | Augenschutz |
| CO₂-Feuerlöscher, Brandschutzunterlage | Pflicht | Brandschutz |
| Absaugung oder Abluftfilter | Pflicht | Rauch und Gase |
| Air Assist | zum Schneiden fast Pflicht | saubere Schnitte, weniger Flammen |
| Wabenbett oder Klingenbett | sehr sinnvoll | Auflage, saubere Rückseite |
| Gehäuse für offene Laser | sinnvoll in Wohnräumen | Rauch, Reflexionen |
| Rotationsachse | nur für runde Teile | Becher, Flaschen, Ringe |
| Erhöhung (Riser) | nur für hohe Teile | Bauhöhe |
| Kamera | Komfort | Positionieren |
| Ersatz-Schutzglas, Reinigung | Verschleiß | Leistung erhalten |
| Abklebeband, Transferfolie | sinnvoll | saubere Oberflächen |
| Materialhalter, Magnete | sinnvoll | flache Auflage |
Laserschutzbrille
Wofür: Schützt deine Augen vor direkter und reflektierter Laserstrahlung.
Wann nötig: Bei jedem offenen Gerät und jedem Gerät ohne angegebene Klasse 1, für alle Personen im Raum. Bei einem geschlossenen Klasse-1-Gerät im Originalzustand brauchst du keine Brille. Sobald du eine Erhöhung ohne Abschirmung nutzt oder den Deckel offen betreibst, gilt wieder Klasse 4.
Worauf achten: Die Brille muss die Wellenlänge deines Lasers abdecken: etwa 450 nm bei blauen Dioden, 1064 nm bei Faser und Infrarot, 10.600 nm bei CO₂. Wellenlänge und Schutzstufe sollten aufgedruckt sein, idealerweise nach EN 207, etwa “D 445 LB5”. Für Diodenlaser werden Brillen mit OD 5 oder höher angeboten. Bei Kombigeräten muss die Brille beide Wellenlängen abdecken. Seitlicher Schutz ist wichtig. Mehr in Laser-Sicherheit.
Wabenbett und Klingenbett
Wofür: Beide heben das Werkstück an, damit Rauch und Strahl nach unten entweichen. So entstehen weniger Brandspuren auf der Rückseite.
Wann nötig: Sobald du schneidest. Zum reinen Gravieren reicht oft eine nicht brennbare Platte.
Worauf achten: Das Wabenbett gibt dünnen und kleinen Teilen wie Papier, Stoff, Leder oder dünnem Holz viele Auflagepunkte und lässt sich mit Nadeln oder Magneten nutzen. Bei dicken Platten staut sich unter den Waben eher Hitze. Das Klingenbett mit Lamellen hat weniger Kontaktfläche, was bei dicken Platten die Rückseite schont, hält kleine Teile aber schlechter. Bei Diodenlasern ist meist das Wabenbett üblich. Prüfe, ob die Größe zur Arbeitsfläche passt, und plane die Höhe des Betts beim Fokus ein.
Air Assist
Wofür: Eine Pumpe bläst Luft durch eine Düse am Laserkopf auf die Schnittstelle. Das drückt Rauch und Flammen weg, schützt die Linse und macht Schnitte sauberer.
Wann nötig: Zum Schneiden praktisch immer. Beim Gravieren je nach Material.
Worauf achten: Für Diodenlaser werden meist Pumpen mit etwa 10 bis 30 l/min angeboten, CO₂-Geräte im Bereich 50 bis 100 W nutzen eher 30 bis 60 l/min. Die Düse muss zu deinem Laserkopf passen. Eine Regelung oder Steuerung per Software ist praktisch, weil beim Gravieren oft weniger Luft besser ist. Achte auf die Lautstärke. Details in Air Assist.
Absaugung und Abluftfilter
Wofür: Beim Lasern entsteht Rauch mit Feinstaub und je nach Material giftigen Gasen.
Wann nötig: Immer. Die einzige Frage ist, wie.
Worauf achten: Am einfachsten ist ein Abluftschlauch mit Lüfter direkt nach draußen, zum Beispiel über einen Fensteradapter. Ohne Fenster brauchst du einen Abluftfilter mit Vorfilter, Partikelfilter und Aktivkohle. Rechne die Kosten für Ersatzfilter mit ein, sie sind der laufende Posten. Bei offenen Geräten funktioniert Absaugung nur zusammen mit einem Gehäuse wirklich gut. Mehr in Absaugung beim Lasern.
Gehäuse für offene Laser
Wofür: Ein Gehäuse fängt Rauch ein, damit du ihn absaugen kannst, und hält Reflexionen zurück.
Wann nötig: Bei offenen Geräten in Wohnräumen sehr sinnvoll.
Worauf achten: Ein nachgerüstetes Gehäuse macht aus einem offenen Gerät kein Klasse-1-Gerät. Du brauchst weiter eine Schutzbrille, wenn du den Deckel öffnest oder das Sichtfenster nicht für deine Wellenlänge geeignet ist. Achte auf schwer entflammbares Material, einen Abluftanschluss und eine Größe, die den ganzen Rahmen samt Kabeln aufnimmt.
Rotationsachse: Rollen oder Futter
Wofür: Dreht runde Gegenstände, damit der Laser ringsum gravieren kann.
Wann nötig: Nur, wenn du Becher, Flaschen, Gläser oder Ringe gravierst.
Worauf achten: Eine Rollenachse dreht das Werkstück über gummierte Rollen. Sie nimmt viele Durchmesser auf und gilt als schonender für Glas, weil nichts eingespannt wird. Eine Futterachse hält das Teil mit Spannbacken fest. Das ist genauer bei Bechern und unregelmäßigen Formen, kann empfindliches Glas aber bei zu starkem Spannen beschädigen. Prüfe, ob dein Gerät die Achse unterstützt, ob du dafür eine Erhöhung brauchst und welchen maximalen Durchmesser sie aufnimmt.
Erhöhungen (Riser)
Wofür: Heben den Laser an, damit höhere Werkstücke oder eine Rotationsachse darunter passen.
Wann nötig: Nur bei Werkstücken, die höher sind als der Fokusbereich deines Geräts.
Worauf achten: Stabile, verstellbare Füße, damit der Rahmen nicht wackelt. Bei geschlossenen Geräten heben Riser oft die Klasse 1 auf. Lies die Herstellerangabe, bevor du einen kaufst.
Feuerlöscher und Brandschutzunterlage
Wofür: Beim Schneiden entstehen ständig kleine Flammen. Meist erlöschen sie, manchmal nicht.
Wann nötig: Immer, unabhängig vom Gerät.
Worauf achten: Ein CO₂-Löscher ist für Brandklasse B und für elektrische Anlagen geeignet und hinterlässt keine Rückstände in Elektronik und Optik. Auf Glut in Holz wirkt CO₂ nur kurz, kontrolliere das Werkstück danach und halte zusätzlich eine Löschdecke bereit. Stell den Löscher so, dass du nicht am Gerät vorbeigreifen musst. Unter das Gerät gehört eine nicht brennbare Unterlage, etwa eine Metallplatte oder Fliesen. Und: nie unbeaufsichtigt lasern.
Kamera
Wofür: Zeigt das Werkstück in der Software, damit du Motive genau platzierst.
Wann nötig: Komfort, vor allem bei Einzelstücken und unregelmäßigen Formen.
Worauf achten: Nachrüstkameras müssen von deiner Software unterstützt und kalibriert werden. Prüfe, ob die Kamera die ganze Arbeitsfläche sieht und ob sie bei geschlossenem Deckel funktioniert.
Ersatzlinse, Schutzglas und Reinigung
Wofür: Rauch und Harz setzen sich auf Schutzglas und Linse ab. Das kostet Leistung und kann die Optik beschädigen.
Wann nötig: Regelmäßige Reinigung immer, Ersatz bei Kratzern oder eingebrannten Flecken.
Worauf achten: Kauf Ersatzteile passend zu deinem Lasermodul, Durchmesser und Material müssen stimmen. Reinige mit Linsentüchern und Isopropanol, nicht mit Küchenpapier. Bei CO₂-Geräten gehören auch die Spiegel dazu.
Abklebeband und Transferfolie
Wofür: Papierbasiertes Abklebeband oder Transferfolie schützt die Oberfläche vor Rauchspuren, vor allem bei hellem Holz.
Wann nötig: Beim Schneiden von hellem Holz und bei Gravuren, die sauber bleiben sollen.
Worauf achten: Nur Papierband ohne PVC verwenden. Vinylfolie ist beim Lasern tabu. Bei Acryl kannst du oft die Schutzfolie des Herstellers drauflassen, wenn sie aus Papier ist. Mehr unter Tabu-Materialien.
Materialhalter und Magnete
Wofür: Halten verzogene oder dünne Platten flach, damit der Fokus über die ganze Fläche stimmt.
Wann nötig: Bei Sperrholz, Papier und Stoff fast immer hilfreich.
Worauf achten: Magnete funktionieren nur auf Wabenbetten aus Stahl. Positioniere Halter außerhalb des Laserwegs, sonst reflektieren sie oder werden angeschnitten. Niedrige Bauform verhindert Kollisionen mit dem Laserkopf.
Weiter mit: Welcher Laser passt zu dir? und Absaugung beim Lasern.
Wie du eine Rotationsachse einrichtest und Becher, Flaschen und Gläser gravierst, steht in Becher und Flaschen gravieren.