Verstopfte Düsen am UV-Drucker: Düsentest, Reinigung, Vorbeugung
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Verstopfte Düsen sind beim UV-Druck das häufigste Wartungsthema. Anders als normale Tinte trocknet UV-Tinte zwar nicht an der Luft, sie härtet aber durch UV-Licht aus. Und was einmal ausgehärtet ist, lässt sich kaum noch lösen. Deshalb ist Vorbeugung hier wichtiger als bei fast jedem anderen Drucker.
Den Düsentest lesen
Der Düsentest druckt für jeden Farbkanal ein Muster aus feinen Linien. Jede Linie steht für eine Düse.
| Muster | Bedeutung | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Alle Linien vollständig und gerade | alles in Ordnung | |
| Einzelne Linien fehlen | einzelne Düsen verstopft | normale Reinigung |
| Linien schief oder doppelt | Düse lenkt ab, oft durch Schmutz oder Tinte an der Düsenplatte | Reinigung, Düsenplatte prüfen |
| Ganze Blöcke fehlen | stärkere Verstopfung oder Luft in der Leitung | mehrere Reinigungen, Leitung spülen |
| Ein Kanal komplett leer | Patrone leer, Luft, Ventil oder schwere Verstopfung | Füllstand prüfen, dann Hersteller-Support |
Druck den Test am besten auf ein Material, auf dem alle Farben gut sichtbar sind. Weiß zeigt sich nur auf dunklem Untergrund oder transparenter Folie vor dunklem Hintergrund.
Reinigungszyklen richtig nutzen
Fast alle Geräte haben mehrere Reinigungsstufen, zum Beispiel leicht, mittel und stark. Bei jeder Reinigung wird Tinte durch die Düsen gesaugt oder gedrückt und die Düsenplatte abgewischt.
- Mit einer leichten oder normalen Reinigung beginnen
- Danach erneut einen Düsentest drucken
- Nur bei Bedarf zur nächsten Stufe greifen
- Nach zwei bis drei erfolglosen Reinigungen eine Pause einlegen, statt weiterzumachen
Starke Reinigungen verbrauchen viel Tinte und füllen den Resttintenbehälter. eufyMake empfiehlt zum Beispiel, bis zu drei normale Reinigungen zu machen und die Tiefenreinigung nur zu nutzen, wenn es wirklich nötig ist. Manchmal löst sich eine Verstopfung auch, wenn das Gerät eine Weile ruht und danach erneut gereinigt wird.
Manuelle Reinigung: nur nach Herstelleranleitung
Helfen die automatischen Zyklen nicht, bleibt die manuelle Reinigung von Düsenplatte, Abstreifer (Wiper) und Kappenstation. Hier ist Vorsicht geboten:
- Nur die vom Hersteller freigegebene Reinigungsflüssigkeit verwenden. Falsche Mittel können die Düsenplatte oder Dichtungen beschädigen.
- Die Düsenplatte nie mit Druck abreiben, nur vorsichtig mit fusselfreien Tupfern oder Schaumstoffstäbchen arbeiten, wie in der Anleitung beschrieben.
- Keine Reinigungsflüssigkeit in die Tinte gelangen lassen. Sie kann die Härtung stören.
- Bei Druckköpfen mit Garantie zuerst den Support fragen.
Ein beschädigter Druckkopf ist das teuerste Ersatzteil am Gerät. Lieber eine Reinigung zu wenig als eine falsche.
Weißtinte: die Hauptursache
Die meisten Verstopfungen betreffen das Weiß. Weiße UV-Tinte enthält Titandioxid, ein schweres Pigment, das sich schnell absetzt. Am Boden von Patronen, Leitungen und Dämpfern bildet sich dann ein dickflüssiger Satz, der die Düsen zusetzt.
- Weißtinte nach Herstellerangabe regelmäßig schütteln. Mimaki empfiehlt bei längeren Pausen, weiße und silberne Tinte mindestens einmal pro Woche zu schütteln.
- Geräte mit Umwälzung (Zirkulation) für Weiß eingeschaltet lassen, damit sie arbeiten kann
- Vor dem eigentlichen Druck eine kleine Weißfläche auf Abfallmaterial drucken
Auch Lack ist zähflüssiger als Farbtinte und neigt eher zum Verstopfen.
Streulicht: UV-Licht härtet Tinte an der Düsenplatte
Die UV-Lampe sitzt direkt neben dem Druckkopf. Wird ihr Licht vom Objekt oder vom Drucktisch zurückgeworfen, kann es die Tinte an der Düsenplatte anhärten. Das passiert vor allem bei:
- spiegelnden Oberflächen wie Spiegelacryl, Chrom oder poliertem Metall
- hellen oder glänzenden Schablonen und freiliegenden Tischflächen
- großem Abstand zwischen Kopf und Objekt
Fachmedien und Hersteller empfehlen deshalb dunkle, matte Schablonen, möglichst wenig freie Tischfläche und einen kleinen Druckabstand. Mimaki nennt als Richtwert einen Abstand unter 1,5 mm zwischen tiefstem und höchstem Punkt. Spiegelnde Teile vorher auf einer dunklen, flachen Unterlage fixieren. Mehr zu Schablonen unter Genau positionieren.
Auch Sonnenlicht enthält UV. Ein UV-Drucker gehört nicht ans Fenster.
Stillstand und Urlaub
UV-Drucker mögen keine langen Pausen. Die Tinte setzt sich ab, an der Kappenstation sammeln sich Rückstände, und Restlicht kann Tinte anhärten.
- Gerät am Strom und eingeschaltet lassen, wenn der Hersteller das vorsieht. Viele Geräte reinigen und wälzen dann automatisch.
- Mindestens einmal pro Woche einen Düsentest oder kleinen Druck machen
- Vor dem Urlaub Kappenstation und Abstreifer reinigen, Tintenstände und Resttintenbehälter prüfen
- Für längere Pausen die Herstelleranleitung zur Lagerung befolgen. Manche Geräte haben einen eigenen Modus, bei dem die Leitungen gespült werden.
Raumklima
UV-Tinte reagiert auf Temperatur. In kalten Räumen wird sie zäher, in warmen Räumen oder in der Sonne altert sie schneller. eufyMake nennt zum Beispiel 18 bis 22 °C als günstigen Bereich. Staub setzt sich an der Düsenplatte ab und lenkt Tropfen ab. Ein sauberer Raum ohne Zugluft und mit stabiler Temperatur hilft spürbar. Für die Lagerung nennen Tintenhersteller meist einen Bereich von etwa 5 bis 30 °C, die genauen Werte stehen im Datenblatt.
Fürs Gewerbe
Eine tägliche Routine kostet fünf Minuten und spart Fehldrucke: Düsentest morgens, Weiß kurz durchdrucken, Kappenstation regelmäßig prüfen. Plane Reinigungstinte und Verschleißteile wie Abstreifer und Kappen in deine Folgekosten ein. Wer nur sporadisch druckt, verbraucht oft mehr Tinte für Reinigung als für Aufträge.
Schnell-Checkliste
- Düsentest gedruckt und gelesen, welcher Kanal betroffen ist?
- Mit einer leichten Reinigung begonnen und danach neu getestet?
- Weißtinte geschüttelt bzw. Umwälzung aktiv?
- Keine spiegelnden Flächen oder hellen Schablonen unter dem Kopf?
- Kappenstation und Abstreifer sauber?
- Gerät nicht am Fenster, Raum nicht zu kalt oder zu warm?
- Bei längerem Stillstand regelmäßig kurz gedruckt?
- Nach mehreren erfolglosen Reinigungen: Pause, dann Herstelleranleitung oder Support.
Weiter mit: Wartung von UV-Druckern und Streifen im UV-Druck.