Unscharfer UV-Druck und Farbnebel (Overspray)
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Der Druck wirkt weich, Schrift hat einen Schleier, und neben dem Motiv liegt ein feiner Farbnebel. Dieses Overspray entsteht, wenn Tintentropfen nicht dort landen, wo sie hinsollen. Fast immer hat das mit dem Weg zwischen Düse und Oberfläche zu tun.
Ursache 1: Druckabstand zu groß
Der wichtigste Punkt. Die Tropfen aus dem Druckkopf sind winzig und werden auf dem Weg zur Oberfläche von Luft gebremst und abgelenkt. Je länger der Weg, desto ungenauer landen sie.
Mimaki empfiehlt, den Abstand zwischen tiefstem und höchstem Punkt der Druckfläche unter 1,5 mm zu halten, und weist bei Abständen über 2 mm auf deutlich mehr Farbnebel hin. eufyMake nennt ebenfalls Höhenunterschiede über 2 mm als Ursache für unscharfe Drucke. Bei Desktop-Geräten stehen die genauen Werte in der Anleitung.
Was hilft: Höhe neu messen oder manuell einstellen. Prüfen, ob die automatische Messung den richtigen Punkt erfasst hat.
Ursache 2: Unebene Oberflächen
Viele Drucker messen die Höhe am höchsten Punkt des Objekts und drucken alles auf dieser Höhe. Ist ein Teil des Objekts tiefer, wird es dort unscharf.
Typische Fälle:
- Handyhüllen mit Kamerabuckel
- Notizbücher oder Mappen mit hochstehender Ecke
- leicht gewölbte Holzscheiben oder verzogenes Acryl
- Leinwand, die durchhängt
- Becher und Flaschen, die auf dem Drehmodul nicht gerade liegen
- mehrere Objekte unterschiedlicher Höhe in einem Durchgang
Was hilft: Objekte flach auflegen und mit Klebeband fixieren, Höhen mit Unterlagen angleichen, pro Durchgang nur gleich hohe Teile drucken. Für gewölbte Teile und Serien eignen sich Schablonen, siehe Genau positionieren. Für Becher und Flaschen gibt es eigene Hinweise unter Rund bedrucken.
Ursache 3: Satellitentropfen
Ein Tropfen löst sich nicht immer als einzelne Kugel von der Düse. Oft folgt ihm ein kleiner Nebentropfen, der Satellit. Bei kurzem Abstand landet er fast an derselben Stelle. Bei großem Abstand oder schneller Kopfbewegung driftet er ab und bildet einen feinen Nebel neben Kanten.
Was hilft: Kleiner Druckabstand, ein langsamerer Modus. Teilweise fehlerhafte Düsen erzeugen ebenfalls schiefe oder zerstäubte Tropfen. Ein Düsentest zeigt das, siehe Verstopfte Düsen am UV-Drucker.
Ursache 4: Luftzug
Die Tropfen sind so leicht, dass schon ein leichter Luftzug sie ablenkt. Ventilatoren, Klimaanlage, offene Fenster oder die Abluft eines Luftreinigers direkt neben dem Drucker machen sich bemerkbar.
Was hilft: Gerät aus dem Luftstrom nehmen, Haube während des Drucks geschlossen halten, Luftreiniger so ausrichten, dass sie nicht über den Drucktisch blasen.
Ursache 5: Statische Aufladung
Kunststoffe wie Acryl, PET-Folien oder Schutzfolien laden sich beim Abziehen oder Abwischen elektrisch auf. Die Ladung zieht die winzigen Tropfen an oder stößt sie ab. Das Ergebnis sind Farbnebel, Sprenkel und ausgefranste Kanten, oft ungleichmäßig über das Objekt verteilt.
Was hilft:
- Schutzfolie nicht direkt vor dem Druck mit einem Ruck abziehen
- Oberfläche mit Isopropanol reinigen, nicht trocken reiben
- Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig halten. In trockener Heizungsluft im Winter ist Statik deutlich stärker.
- Bei Profigeräten gibt es Ionisatoren als Zubehör, die die Ladung neutralisieren
Ursache 6: Geschwindigkeit und Druckmodus
Schnelle Modi bewegen den Kopf schneller und drucken mit weniger Durchgängen. Die Tropfen bekommen mehr Schwung zur Seite mit, kleine Abweichungen fallen stärker auf. Im bidirektionalen Modus kann ein Versatz zwischen Hin- und Rückweg zusätzlich doppelte Kanten erzeugen.
Was hilft: Einen Qualitätsmodus wählen. Bei doppelten Kanten die Bidirektional-Kalibrierung ausführen. Mehr dazu unter Streifen im UV-Druck.
Ausgefranste Ränder
Wenn nur die Kanten unsauber sind, die Flächen aber gut aussehen, kommen noch andere Ursachen infrage:
- Weiß blitzt hervor: Die Weißschicht ist genauso groß wie das Motiv. Abhilfe ist ein kleiner Choke, siehe Druckdaten vorbereiten.
- Unsaubere Freisteller: Halbtransparente Kantenpixel werden gedruckt.
- Druck über die Objektkante: An schrägen oder abgerundeten Kanten wächst der Abstand plötzlich, dort entsteht Nebel.
- Tinte verläuft: Auf sehr glatten Oberflächen oder bei zu wenig Härtung zwischen den Schichten können Tropfen ineinanderlaufen.
Fürs Gewerbe
Farbnebel neben dem Motiv fällt bei hellen Rohlingen sofort auf und ist kaum zu entfernen. Bei Serien lohnt es sich, das erste Teil genau unter der Lupe zu prüfen, bevor du weiterdruckst. Gleich hohe Objekte, eine passende Schablone und ein ruhiger Standort ohne Zugluft senken den Ausschuss deutlich. Farbnebel auf dem Drucktisch und der Kopfunterseite solltest du regelmäßig entfernen, sonst tropft er später auf Werkstücke.
Schnell-Checkliste
- Druckhöhe korrekt gemessen oder eingestellt?
- Objekt flach, ohne hochstehende Ecken oder Buckel?
- Nur gleich hohe Objekte im Durchgang?
- Kein Luftzug, Haube geschlossen?
- Kunststoff statisch aufgeladen? Mit Isopropanol reinigen, Luftfeuchtigkeit prüfen.
- Qualitätsmodus statt Schnellmodus probiert?
- Düsentest sauber?
- Bei Kantenproblemen: Choke und Freisteller geprüft?
Weiter mit: Genau positionieren und Verstopfte Düsen am UV-Drucker.