Resin-Drucke waschen und aushärten: so geht es richtig
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Ein Resin-Druck ist nicht fertig, wenn er aus dem Drucker kommt. Er ist mit flüssigem Harz überzogen und noch nicht voll ausgehärtet. Drei Schritte folgen: waschen, trocknen, nachhärten. Trag dabei Handschuhe und Schutzbrille, wie unter Sicherheit beim Resin-Druck beschrieben.
1. Waschen
Womit: Die meisten Harze wäschst du mit Isopropanol (IPA). Formlabs empfiehlt eine Reinheit von mindestens 90 %, Phrozen und Elegoo nennen 95 %. Für wasserwaschbares Harz reicht Wasser. Daneben gibt es spezielle Waschlösungen, die nicht brennbar sind, zum Beispiel die Resin Washing Solution von Formlabs mit einem Flammpunkt von 93,5 °C.
Zwei Bäder: Bewährt hat sich ein Vorwaschbad und ein sauberes Nachwaschbad. Im ersten löst sich der Großteil des Harzes, im zweiten wird das Teil wirklich sauber. Mit jeder Wäsche steigt der Harzanteil im IPA, irgendwann musst du es ersetzen.
Wie lange: Das hängt stark vom Harz ab, die Angaben gehen weit auseinander.
| Hersteller | Empfehlung |
|---|---|
| Phrozen (Hobbyharze) | zwei Becken, je etwa eine Minute; in der Waschstation mindestens 30 Sekunden, aber unter 3 Minuten pro Durchgang |
| Formlabs (eigene Harze) | zwei Bäder à 10 Minuten, dazwischen umsetzen |
Zu langes Einweichen in Alkohol kann Teile laut Phrozen brüchig machen. Halte dich an das Datenblatt deines Harzes.
Wash-&-Cure-Stationen
Kombigeräte waschen und härten in einem Gerät. Bei der Elegoo Mercury Plus zum Beispiel dreht sich im geschlossenen Behälter mit bis zu 3 l IPA ein Rührer, der regelmäßig die Richtung wechselt. Zum Härten nimmst du den Behälter heraus, das Teil dreht sich auf einem Teller unter UV-LEDs. Die LEDs schalten nur bei geschlossenem Deckel ein. Solche Stationen sparen Zeit und halten das IPA abgedeckt.
2. Trocknen
Bevor du härtest, muss das Teil vollständig trocken sein. Formlabs nennt mindestens 30 Minuten, Phrozen 30 bis 60 Minuten an der Luft im Schatten. Druckluft oder ein Ventilator beschleunigen das. Härtest du ein Teil, in dem noch IPA mit gelöstem Harz steckt, wird das Lösemittel laut Formlabs mit eingeschlossen, das Teil wird nicht richtig fest, und die Materialeigenschaften leiden.
3. Nachhärten
Das Nachhärten unter UV-Licht bringt das Teil auf seine volle Festigkeit. Bei Standardharzen ist es laut Formlabs optional, bei funktionalen Harzen notwendig. Eine allgemeine Zeit gibt es nicht, sie hängt vom Harz, der Lampe und der Teilgröße ab:
- Elegoo stellt die Zeit an der Mercury Plus in 30-Sekunden-Schritten ein und betont, dass sie je Harz verschieden ist.
- Phrozen gibt für seine Härtekammer Cure Mega „eine Stunde oder weniger“ an.
- Prusa nennt als Beispiel 3 Minuten in der CW1S nach dem Trocknen bei 45 °C.
Dreh das Teil mindestens einmal, damit alle Seiten Licht bekommen. Und übertreib es nicht: Laut dem Harzhersteller Power Resins wird überhärtetes Harz spröder. Teile, die danach in der Sonne liegen, härten weiter nach.
Stützen entfernen
Formlabs empfiehlt, die Stützen erst nach dem Nachhärten abzuknipsen, weil sich weiche Teile ohne Stützen unter Licht und Wärme verziehen können. Trag dabei eine Schutzbrille, kleine Stützen fliegen weg.
Quellen (6)
- Formlabs Support: Lösungsmittel wählen, Grundlegende Nachbearbeitung, Form Cure nutzen, Form Wash nutzen, Welche Nachbearbeitung nötig ist
- Phrozen Helpcenter: Washing 3D prints, Cure Mega (nicht mehr online)
- Elegoo: Gelbverfärbung bei transparentem Harz
- 3D with us: Elegoo Mercury Plus
- Prusa: Harze und sicherer SLA-Druck
- Power Resins: Spröde Drucke