Resin-Druck erklärt: wie MSLA-Drucker arbeiten
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Ein Resin-Drucker baut Teile nicht aus geschmolzenem Kunststoff, sondern aus flüssigem Kunstharz. Licht härtet das Harz Schicht für Schicht aus. Dadurch entstehen deutlich feinere Details als beim Filamentdruck, etwa für Miniaturen, Schmuck oder Zahnmodelle. Dafür ist die Arbeit drumherum aufwendiger: Waschen, Härten und ein sorgfältiger Umgang mit dem Harz gehören immer dazu.
Alle Resin-Drucker im Wiki mit Bauraum, Auflösung und Preis findest du in der Übersicht der Resin-Drucker.
So funktioniert ein Resin-Drucker
Die meisten Geräte für Hobby und Kleingewerbe arbeiten invertiert: Die Bauplattform taucht von oben in eine Wanne mit Harz. Die Wanne hat einen durchsichtigen Boden aus Folie. Von unten wird durch diesen Boden belichtet, und genau die dünne Harzschicht zwischen Plattform und Folie härtet aus. Dann hebt sich die Plattform um eine Schichtdicke, und die nächste Schicht folgt. Das Teil wächst also kopfüber nach unten.
Ausgehärtet wird mit Licht von meist 405 nm Wellenlänge, also sichtbarem Violett knapp über dem UV-Bereich. Formlabs nennt 405 nm die Wellenlänge, die zum Aushärten von Harz üblicherweise genutzt wird. Typische Schichtdicken liegen bei 0,025 bis 0,05 mm.
SLA, DLP und MSLA
| Verfahren | Wie das Licht auf das Harz kommt | Typisch für |
|---|---|---|
| SLA | Ein Laser fährt den Querschnitt jeder Schicht ab | Profigeräte |
| DLP | Ein Projektor belichtet die ganze Schicht auf einmal | einige Profi- und Dentalgeräte |
| MSLA (LCD) | Eine LED-Fläche leuchtet, ein LCD-Bildschirm davor lässt nur den Querschnitt durch | fast alle Hobbygeräte |
Bei MSLA (maskierte SLA) dient ein Schwarzweiß-Bildschirm als Maske. Weil die ganze Schicht gleichzeitig belichtet wird, härtet jede Schicht in wenigen Sekunden. Monochrome LCDs lassen mehr Licht durch als Farbdisplays und verkürzen die Belichtung auf teils ein bis zwei Sekunden pro Schicht.
Was 8K, 12K und 16K bedeuten
Die Zahl beschreibt grob die Pixel entlang der langen Seite des Displays. Mehr Pixel auf gleicher Fläche bedeuten kleinere Pixel und damit feinere mögliche Details. Aussagekräftiger ist deshalb die Pixelgröße in Mikrometern (µm). Ein Beispiel: Der Elegoo Saturn 4 Ultra 16K hat 15.120 x 6.230 Pixel auf einem 10-Zoll-Display, ein Pixel misst 14 x 19 µm.
Zwei Einschränkungen gehören dazu: Die Pixelgröße ist nur eine theoretische Untergrenze, echte Details sind meist deutlich gröber. Und ein großes Display mit gleicher K-Zahl hat größere Pixel als ein kleines. Bei großen Geräten wie dem Anycubic Photon Mono M7 Max liegt die Pixelgröße deshalb bei 46 µm.
Ablauf eines Drucks
- Slicen: Im Slicer (zum Beispiel Chitubox, Lychee oder der Software des Herstellers) richtest du das Modell aus, setzt Stützen und zerlegst es in Schichten. Hohle Modelle brauchen Ablauflöcher, sonst bleibt flüssiges Harz eingeschlossen.
- Drucken: Harz schütteln, in die Wanne füllen, Druck starten. Viele Hersteller empfehlen eine Raumtemperatur von mindestens 20 °C, manche Geräte heizen deshalb die Wanne.
- Waschen: Das Teil kommt mit flüssigem Harz bedeckt aus dem Drucker und wird in Isopropanol oder bei wasserwaschbarem Harz in Wasser gereinigt.
- Trocknen: Vor dem Härten muss das Teil vollständig trocken sein.
- Härten: Unter UV-Licht erreicht das Teil seine endgültige Festigkeit. Formlabs empfiehlt, die Stützen erst danach zu entfernen.
Wie das Waschen und Härten genau geht, steht unter Waschen und Aushärten. Bevor du anfängst, lies bitte Sicherheit beim Resin-Druck. Wenn ein Druck nicht haftet, an der Folie kleben bleibt oder Löcher hat, hilft die Resin-Druck Fehlerhilfe.
Wovon die Druckzeit abhängt
Weil jede Schicht als Ganzes belichtet wird, dauert eine volle Bauplatte kaum länger als ein einzelnes Teil. Entscheidend ist die Anzahl der Schichten, also die Höhe des Modells geteilt durch die Schichtdicke. Wer viele kleine Teile druckt, füllt deshalb die Platte, statt sie einzeln zu drucken. Eine dickere Schicht spart bei hohen Modellen viel Zeit, kostet aber Detail.
Quellen (6)
- Formlabs: SLA, DLP und MSLA im Vergleich und Pixelgröße beim SLA-Druck
- Formlabs Support: Grundlegende Nachbearbeitung
- Elegoo: Datenblatt Standard Resin (nicht mehr online)
- Fabbaloo: Resin print times
- PMPA: Resin printing for the shop
- Phrozen Helpcenter: Optimal Temperature for 3D Printing