Mehrfarbig einfärben im Slicer: schneller als mit dem Pinsel
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Wer einen Mehrfarbdrucker hat, muss im Slicer festlegen, welche Fläche welche Farbe bekommt. Viele fangen mit dem Pinsel an und malen jede Fläche mit der Maus aus. Bei größeren Figuren dauert das schnell Stunden. Es geht deutlich schneller. Wie die verschiedenen Mehrfarbsysteme funktionieren, steht unter Mehrfarbig drucken.
1. Füllwerkzeug statt Pinsel
Die meisten Slicer haben im Malwerkzeug mehr als nur den Pinsel. Am meisten Zeit spart das Füllwerkzeug: Ein Klick färbt eine zusammenhängende Fläche ein. In Bambu Studio stoppt die Füllung an einer anderen Farbe. Mit der Option Kantenerkennung stoppt sie zusätzlich an Kanten, die schärfer sind als ein einstellbarer Winkel. So färbst du eine Jacke, einen Sockel oder eine Augenpartie mit einem Klick, statt sie auszumalen.
Probier den Winkel aus: Ist er zu groß, läuft die Farbe über weiche Übergänge hinweg. Ist er zu klein, bleibt die Füllung an jeder Rundung hängen.
2. Die anderen Werkzeuge in Bambu Studio
Laut Bambu Lab gibt es im Farbmalwerkzeug sechs Werkzeuge:
| Werkzeug | Wofür |
|---|---|
| Kreis | Pinsel für Linien und Kurven auf der Oberfläche |
| Kugel | färbt alles innerhalb einer Kugel, auch verdeckte Flächen |
| Dreieck | färbt einzelne Dreiecke des Modells, gut für Details |
| Höhenbereich | färbt alles in einer bestimmten Höhe, auch getrennte Bereiche |
| Füllen | färbt zusammenhängende Flächen mit einem Klick |
| Lücken füllen | schließt kleine, vergessene Stellen mit der Farbe der Umgebung |
Dazu kommen ein paar Helfer, die viel Zeit sparen:
- Tasten 1 bis 9 wählen direkt das Filament. Du musst nicht jedes Mal in die Farbleiste klicken.
- Radieren entfernt Farbe wieder, ohne dass du die richtige Farbe neu suchen musst.
- Schnittansicht blendet einen Teil des Modells aus, damit du an verdeckte Stellen kommst.
Das Höhenbereich-Werkzeug ist ideal für alles, was waagerecht getrennt ist: Sockel, Ränder, Streifen oder Schriftzüge auf einem Schild. Es hat einen weiteren Vorteil: Wenn eine Farbe nur in wenigen Schichten vorkommt, wechselt der Drucker seltener das Filament. Das spart Zeit und Spülmaterial.
In Creality Print gibt es dieselben sechs Werkzeuge, beim Füllen heißt die Winkeloption dort Smart-Fill-Winkel. PrusaSlicer bietet beim Malen für mehrere Materialien einen Pinsel, Smart Fill mit einstellbarem Winkel und einen Fülleimer. In OrcaSlicer und anderen Slicern auf dieser Basis findest du ähnliche Werkzeuge, die Namen können sich unterscheiden.
3. Fertig eingefärbte Modelle nutzen
Auf Plattformen wie MakerWorld und Printables gibt es viele Modelle, die schon als Mehrfarb-Datei angelegt sind, meist im Format 3MF. Im Slicer ordnest du dann nur noch die Farben deinen Filamenten zu. Suche dort nach „multicolor“ oder „multi color“. Mehr zu Plattformen und Dateiformaten steht unter Dateiformate.
4. Modelle aus Einzelteilen
Viele Designer liefern Figuren in mehreren Teilen, etwa Körper, Kopf und Augen. Im Slicer fügst du die Teile als ein Objekt zusammen und weist jedem Teil ein Filament zu. Malen musst du dann gar nicht. Das lohnt sich vor allem bei Figuren, die du öfter druckst.
5. Farbige OBJ-Dateien importieren
Bambu Studio kann laut Bambu Lab Geometrie und Farben aus OBJ-Dateien einlesen. Beim Import öffnet sich ein Fenster, das die Farben des Modells automatisch deinen Filamenten zuordnet. Die Zuordnung kannst du dort von Hand ändern. Das ist praktisch, wenn ein Modell schon farbig erstellt wurde, zum Beispiel in einem 3D-Programm oder mit einem KI-Generator, der farbige Modelle ausgibt. Wie gut das klappt, hängt stark vom Modell ab: Bei vielen feinen Farbverläufen bleiben oft Stellen, die du nacharbeiten musst.
Was bleibt Handarbeit?
Bei detailreichen Figuren mit vielen kleinen Farbflächen kommst du um etwas Feinarbeit nicht herum. Die Reihenfolge, die am meisten Zeit spart:
- Große Flächen mit dem Füllwerkzeug einfärben.
- Waagerechte Bereiche mit dem Höhenbereich einfärben.
- Details mit Dreieck oder kleinem Pinsel nacharbeiten.
- Zum Schluss mit „Lücken füllen“ vergessene Stellen schließen.
Achte außerdem darauf, wie viele Farben du wirklich brauchst. Jede zusätzliche Farbe in einer Schicht bedeutet mehr Farbwechsel, mehr Druckzeit und mehr Abfall.
Quellen (3)
- Bambu Lab Wiki: Color Painting Tool und OBJ-Dateien importieren
- Creality: Einführung in die Farbmalfunktion
- Prusa: PrusaSlicer 2.4 mit MMU-Malwerkzeug