STL, 3MF, STEP und G-Code: Dateiformate im 3D-Druck
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Auf den Modellplattformen findest du STL, 3MF, manchmal STEP, und der Slicer erzeugt am Ende G-Code. Die Formate speichern sehr unterschiedliche Dinge: nur die Form, die Form mit Farben und Einstellungen, eine exakte Konstruktion oder fertige Fahrbefehle für einen bestimmten Drucker. Wer die Unterschiede kennt, weiß, welche Datei er herunterladen und welche er weitergeben sollte.
Mesh oder CAD: zwei Arten von 3D-Daten
Bevor es um einzelne Formate geht, hilft eine Unterscheidung:
- Mesh (Netz): Die Oberfläche besteht aus vielen kleinen Dreiecken. Eine Kugel ist also eigentlich ein Vieleck mit sehr vielen Flächen. Je mehr Dreiecke, desto glatter, desto größer die Datei. STL, 3MF und OBJ sind Mesh-Formate.
- CAD (Volumenkörper): Die Geometrie ist mathematisch exakt beschrieben. Ein Kreis bleibt ein echter Kreis, eine Bohrung hat einen genauen Durchmesser. STEP ist das wichtigste neutrale CAD-Format.
Ein Mesh lässt sich gut drucken, aber schlecht bearbeiten. Willst du eine Bohrung um 0,5 mm vergrößern, ist das im Mesh mühsam, in einer STEP-Datei mit einem CAD-Programm schnell erledigt.
Die Formate im Einzelnen
STL
STL ist das älteste und verbreitetste Format. Es speichert nur die Oberfläche als Dreiecke. Keine Farben, keine Einheiten, keine Einstellungen. Weil keine Einheit gespeichert ist, nimmt der Slicer Millimeter an. Ist ein Modell plötzlich winzig oder riesig, wurde es meist in Zoll oder Metern exportiert.
3MF
3MF ist der modernere Nachfolger. Die Datei ist eigentlich ein Archiv und kann viel mehr enthalten:
- mehrere Objekte und ihre Anordnung auf der Druckplatte
- Farben und Materialzuweisungen für den Mehrfarbdruck
- Einheiten
- Slicer-Einstellungen wie Layerhöhe, Infill und Stützen, wenn sie als Projekt gespeichert wurde
Wenn ein Designer ein Druckprofil anbietet, steckt es meist in einer 3MF-Datei. Achtung: Eine Projekt-3MF aus einem Slicer enthält oft Druckerprofile, die zu deinem Gerät nicht passen. Die meisten Slicer fragen beim Öffnen, ob du nur die Geometrie oder auch die Einstellungen übernehmen willst. Bei einem anderen Drucker ist “nur Geometrie” der sichere Weg.
OBJ
OBJ ist ein Mesh-Format aus der Grafik- und Animationswelt. Es kann Farben und Texturen über Zusatzdateien speichern. Im 3D-Druck taucht es vor allem bei Modellen aus Blender, 3D-Scans und farbigen Figuren auf. Slicer können OBJ öffnen, im Alltag ist es aber selten nötig.
STEP
STEP (Endung .step oder .stp) ist ein neutrales CAD-Format. Es speichert exakte Volumenkörper und lässt sich in fast jedem CAD-Programm öffnen und weiter bearbeiten. Viele Slicer können STEP inzwischen direkt importieren und wandeln es dabei in ein Mesh um. Für technische Teile, die du anpassen willst, ist STEP die beste Wahl.
G-Code und bgcode
G-Code ist das, was der Drucker tatsächlich ausführt: eine lange Liste von Befehlen wie “fahre zu X/Y”, “extrudiere so viel”, “heize auf 215 °C”. Der Slicer erzeugt ihn aus dem Modell und den Einstellungen.
Binärer G-Code (Endung .bgcode) ist eine komprimierte Variante, die PrusaSlicer für neuere Prusa-Drucker erzeugt. Die Datei ist kleiner und enthält Vorschaubilder. Bambu-Drucker bekommen den G-Code in einer eigenen Verpackung als .gcode.3mf.
Die Formate im Vergleich
| Format | Art | Speichert | Bearbeitbar | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| STL | Mesh | nur Geometrie | schlecht | Standard zum Teilen und Drucken |
| 3MF | Mesh | Geometrie, Farben, Einheiten, ggf. Einstellungen | schlecht | Druckprofile, Mehrfarbdruck, Projekte |
| OBJ | Mesh | Geometrie, Farben, Texturen | schlecht | Figuren, Scans, Blender |
| STEP | CAD | exakte Volumenkörper | gut | technische Teile, Weiterkonstruieren |
| G-Code / bgcode | Maschinenbefehle | Fahrwege, Temperaturen, Geschwindigkeiten | nein | fertige Druckdatei für einen Drucker |
Wann welches Format?
- Ein Modell herunterladen: 3MF, wenn vorhanden. Sonst STL. Gibt es zusätzlich STEP und willst du etwas ändern, nimm STEP mit.
- Ein eigenes Modell teilen: STL für maximale Kompatibilität, 3MF mit Druckprofil als Ergänzung. Eine STEP-Datei freut alle, die dein Teil anpassen wollen.
- Ein Projekt speichern: als 3MF aus dem Slicer. So bleiben Anordnung, Farben und Einstellungen erhalten.
- An den Drucker schicken: G-Code oder bgcode, erzeugt mit dem passenden Druckerprofil.
G-Code nicht zwischen Druckern tauschen
G-Code ist für genau einen Drucker geschrieben. Er enthält die Maße des Druckbetts, die Startsequenz, Temperaturen und Geschwindigkeiten für dieses Gerät und dieses Material. Auf einem anderen Drucker kann er im besten Fall nicht starten, im schlechtesten Fall fährt die Düse ins Bett oder heizt falsch.
Lade deshalb von Plattformen nie G-Code herunter, um ihn direkt zu drucken, außer er ist ausdrücklich für dein Modell und dein Material erstellt. Nimm lieber die STL oder 3MF und slice selbst. Wie das geht, erklärt der Slicer-Vergleich.
Weiter mit: 3D-Modelle finden oder Eigene 3D-Modelle erstellen, wenn du selbst STEP-Dateien erzeugen willst.