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Rub-ons und Transferaufkleber mit UV-DTF

Druckdaten & Workflow5 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

Ein Rub-on ist ein Transferbild, das du nicht wie einen Aufkleber mit Trägerfolie aufklebst, sondern auf den Gegenstand aufreibst. Übrig bleibt nur das Motiv, ohne sichtbaren Folienrand. Das Prinzip ist alt: Anreibebuchstaben von Letraset wurden laut Wikipedia mit einem harten Stift oder Anreibelöffel von einer transparenten Folie auf das Papier gerieben. Mit einem UV-Drucker und UV-DTF-Folie stellst du solche Transfers heute selbst her, in Farbe, mit Weiß und Lack. Der Fachhändler Printequipment bezeichnet UV-DTF-Folie für die Aufkleberproduktion entsprechend als „DTF Rub-On“, eufyMake spricht von UV-DTF-Decals oder -Stickern.

Die Technik dahinter erklärt UV-DTF erklärt. Hier geht es um den praktischen Ablauf vom Motiv bis zum fertigen Rub-on.

Was du brauchst

  • einen UV-Drucker, der A-Film bedrucken kann, als Bogen oder von der Rolle
  • A-Film: die Druckfolie mit Kleberschicht, auf die gedruckt wird
  • B-Film: die klare Transferfolie, die über den Druck laminiert wird
  • einen Laminator oder eine Laminierrolle, bei manchen Geräten eingebaut
  • Schneidemesser oder Schere, Rakel
  • Isopropanol und ein fusselfreies Tuch für den Untergrund

Ablauf Schritt für Schritt

  1. Motiv anlegen: eufyMake empfiehlt hochaufgelöste Dateien mit transparentem Hintergrund. Gedruckt wird nur dort, wo Motiv ist, daraus wird später der Rub-on. Wie du Weiß und Lack anlegst, steht in Druckdaten vorbereiten.
  2. A-Film einlegen: Bei Bogenware die Schutzschicht abziehen, damit die Kleberseite frei liegt. xTool schreibt für seinen O1 Omni, dass die dünnere, nicht klebende Seite des Trennpapiers nach oben zeigen muss, und befestigt den Bogen auf einer Klebematte.
  3. Drucken: Der Drucker legt Weiß, Farbe und meist Lack übereinander. Printequipment gibt als Tipp, dass mehrere Schichten Weiß den Transfer stabiler machen können.
  4. Laminieren: Den bedruckten A-Film zusammen mit dem B-Film durch den Laminator führen. Bei xTool und eufyMake wird der Laminator dafür vorgeheizt. Rollengeräte wie der Procolored VF13 Pro laminieren direkt nach dem Druck.
  5. Ausschneiden: Die einzelnen Motive mit etwas Rand ausschneiden.
  6. Aufbringen: Untergrund mit Isopropanol reinigen und trocknen lassen. A-Film abziehen, das Motiv hängt jetzt am B-Film und die Kleberseite liegt frei. Auflegen und mit dem Rakel hin und her reiben, bis das Motiv vollständig haftet (xTool).
  7. B-Film abziehen: Langsam und flach abziehen. Bleibt ein Teil am B-Film hängen, noch einmal andrücken.

Feine Linien und spitze Ecken können laut eufyMake beim Abziehen des B-Films ausbrechen. Probiere neue Motive deshalb zuerst klein aus. Ein unabhängiger Test des eufyMake-Laminators bei The Gadgeteer beschreibt außerdem, dass um das Motiv herum Kleberreste stehen bleiben können, die vor dem Aufbringen entfernt werden müssen.

Variante: Kleberreste abziehen und Folienprägung

xTool bietet für seinen Laminator zusätzlich eine Abziehfolie an, die nach dem Druck überschüssigen Kleber um das Motiv entfernt. Danach wird eine eigene Transferfolie auflaminiert. Auf demselben Weg entstehen bei xTool Rub-ons mit Heißprägefolie, etwa in Gold. Ob dein Gerät das kann, hängt von Software und Zubehör ab.

Auf welchen Untergründen Rub-ons halten

eufyMake nennt glatte Oberflächen wie Kunststoff, Holz, Glas und Metall. Leichte Wölbungen wie bei einem Becher gehen, stark und mehrfach gewölbte Formen führen zu Blasen und abstehenden Kanten.

Nicht geeignet laut eufyMake:

  • Silikon: Die Oberfläche nimmt den Kleber kaum an, der Transfer löst sich oft schon nach Stunden.
  • Weiches Gummi und weiches TPU: Die ständige Bewegung bricht die Klebung, die Kanten heben sich.
  • Gewachste oder wasserabweisend behandelte Flächen: Der Kleber haftet gar nicht.
  • Stoff und weiche Textilien: Der Transfer reißt, löst sich und übersteht keine Wäsche. Für Textil ist Textil-DTF gedacht, siehe DTF, DTG, Siebdruck, Sublimation und Flexfolie im Vergleich.

Für Flächen, an denen sich ein Motiv später wieder ablösen soll, empfiehlt eufyMake statt UV-DTF bedruckte Vinylaufkleber oder Haftfolie ohne Kleber.

Wie lange halten Rub-ons?

eufyMake nennt für UV-DTF eine Spanne von 2 bis 5 Jahren: In der Anleitung zu UV-DTF-Transfers halten Aufkleber typischerweise 3 bis 5 Jahre oder länger, auf sauberen, glatten Flächen. Im Ratgeber zu UV-DTF heißt es, dass sie draußen mindestens zwei Jahre ohne deutliches Ausbleichen halten, innen bei guter Pflege viele Jahre. UV-gehärtete Tinte und Lack seien beständig gegen Wasser, Kratzer und Sonnenlicht. In die Spülmaschine gehören sie laut eufyMake nicht: Hitze und Wasserdruck schwächen den Kleber, auch wenn ein Motiv einige Durchgänge überstehen kann.

Rub-ons sind als dauerhafte Lösung gedacht. Zum Entfernen nennt eufyMake Wärme mit einem Föhn und einen Kunststoffschaber. Wie sich Haltbarkeit allgemein verlängern lässt, steht unter Haltbarkeit von UV-Drucken.

Geräte im Wiki mit UV-DTF

GerätBauartUV-DTF laut Datenblatt
eufyMake E1Flachbett und UV-DTFüber Zubehör: Rollenfilm-Aufsatz und Laminator gegen Aufpreis
Procolored VF13 Pro Pandareiner UV-DTF-RollendruckerDruck und Laminierung in einem Gerät, 31 cm Filmbreite, kein Direktdruck auf Objekte
xTool O1 OmniFlachbett und UV-DTFnur mit Laminator LM1 (Zubehör), in der EU noch in Vorbestellung
Longer ePrintFlachbett und UV-DTFTransferfolie und Rolle vorgesehen, im EU-Shop noch in Vorbestellung
Procolored V11 ProFlachbettUV-DTF-Aufkleber mit optionalem Laminator

Preise und alle technischen Daten stehen in den verlinkten Datenblättern. Welches Gerät zu dir passt, hilft die UV-Drucker-Kaufberatung einzuschätzen.

Quellen (6)