Was kostet ein UV-Druck? Tinte, Material und Zeit kalkulieren

Gewerbe & Kalkulation5 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

Die Tinte ist beim UV-Druck selten der größte Kostenblock. Rohling, Arbeitszeit und das Gerät selbst schlagen oft stärker zu Buche. Wer nur die Milliliter rechnet, kalkuliert zu knapp. Hier siehst du, welche Posten in den Stückpreis gehören und wie du sie für deine eigenen Produkte ausrechnest.

Die Kostenblöcke im Überblick

KostenblockWovon er abhängtTypische Größenordnung
TinteFläche, Deckung, Weiß und Lack, TintenpreisCent bis wenige Euro pro Stück
PrimerMaterial, Auftragsartmeist wenige Cent
RohlingEinkaufspreis, Mengeoft der größte Einzelposten
StromLeistung, Druckdauermeist unter 10 Cent pro Druck
Wartung und VerschleißReinigungen, Wiper, Druckkopfals Pauschale pro Stück
AusschussFehldrucke, HaftungsproblemeZuschlag in Prozent
ArbeitszeitEinrichten, Positionieren, Nacharbeitoft der zweitgrößte Posten
GerätKaufpreis, Nutzungsdauer, StückzahlAbschreibung pro Stück
Verpackung, VersandProduktgröße, Bruchgefahrje nach Produkt

Tinte: Verbrauch pro m² und pro Stück

Der Verbrauch hängt von Tropfengröße, Deckung und Anzahl der Schichten ab. Belegte Werte:

  • eufyMake nennt für Weiß bei 100 % Deckung je nach Tropfengröße 6,42 ml/m² (4 pl), 12,85 ml/m² (8 pl) und 28,91 ml/m² (18 pl).
  • Der Druckmaschinenanbieter Imago rechnet für CMYK bei 100 % Deckung mit etwa 15 ml/m². Vollflächiges Weiß darunter erhöht den Verbrauch laut Imago um 80 bis 120 %.

Normale Motive decken nicht jede Farbe zu 100 %. Ein Foto in CMYK liegt deshalb meist deutlich unter diesem Maximalwert. Weiß und Lack drucken dagegen oft vollflächig. Bei Relief und Textur steigt der Verbrauch an Weiß und Lack stark, weil viele Schichten übereinanderliegen. Mehr dazu in Farbschichten beim UV-Druck.

Die Preise liegen grob zwischen 0,12 und 0,45 € pro ml. Offene Systeme mit Flaschen sind günstiger (Procolored listet 500 ml für 59 US-Dollar, also rund 0,12 Dollar pro ml), Kartuschen geschlossener Systeme teurer (eufyMake: 29,99 € für 100 ml, also 0,30 € pro ml). Mehr zu den Unterschieden in UV-Tinte.

Rechenweg: Fläche in m² × Verbrauch in ml/m² × Preis pro ml. Eine A4-Fläche hat 0,0624 m².

Dazu kommt Tinte, die nicht auf dem Produkt landet. Ein Beispiel: Der eufyMake E1 spült vor einem Druckauftrag 0,2 ml pro Farbkanal durch, wenn seit mindestens 12 Stunden nicht gedruckt wurde. Bei sechs Kanälen sind das 1,2 ml, egal ob danach ein Schlüsselanhänger oder ein Poster kommt. Wer mehrere Aufträge am Stück druckt, zahlt das nur einmal. Wer mehrere Teile in einem Auftrag druckt, verteilt den Anteil zusätzlich.

Am genauesten ist der Wert aus deiner Druck- oder RIP-Software. Viele Programme zeigen den Verbrauch pro Kanal nach dem Druck an. Notiere ihn für jedes Produkt.

Primer, Rohling und Strom

Primer brauchst du auf glatten Oberflächen wie Glas, Metall oder manchen Kunststoffen. Er wird meist dünn mit einem Tuch oder Stift aufgetragen, die Kosten pro Stück liegen im Cent-Bereich. Details unter Primer.

Rohlinge sind oft der größte Einzelposten. Setze hier immer deinen echten Einkaufspreis inklusive anteiligem Versand ein.

Strom fällt kaum ins Gewicht. Ein A3-Flachbettdrucker wie der OMTech Spectra A3+ gibt 280 W Leistung an. Bei 20 Minuten Druckzeit und angenommenen 0,35 € pro kWh kostet ein Druck rund 3 Cent.

Wartung, Ausschuss und Gerät

Wartung und Verschleiß: Reinigungsflüssigkeit, Wiper, Capping-Teile und irgendwann ein neuer Druckkopf. Ein Ersatzkopf kostet je nach Typ einige hundert bis über tausend Euro. Rechne eine Pauschale pro Stück ein. Wie du die Jahreskosten ermittelst, steht in Folgekosten eines UV-Druckers.

Ausschuss: Fehldrucke, verrutschte Rohlinge, Haftungsprobleme. Ein Zuschlag von 5 bis 10 % auf Material und Tinte ist ein vernünftiger Startwert. Bei runden oder kleinen Teilen eher mehr.

Gerät: Teile den Kaufpreis durch die erwartete Nutzungsdauer und die Stückzahl in dieser Zeit. Ein Gerät für 2.500 €, drei Jahre genutzt, mit 1.500 Teilen pro Jahr, ergibt rund 0,56 € pro Stück.

Zwei Beispielrechnungen

Alle Werte sind Annahmen zur Veranschaulichung. Ersetze sie durch deine eigenen Preise und Messwerte.

Annahmen Metallposter A4: CMYK im Mittel 8 ml/m², Weiß vollflächig 10 ml/m², Lack vollflächig 10 ml/m², also 28 ml/m² oder rund 1,75 ml pro A4. Dazu 0,6 ml Spülanteil (zwei Poster pro Auftrag). Tinte 0,30 € pro ml. Rohling 4,00 €. Arbeitszeit 10 Minuten bei 25 € pro Stunde.

Annahmen Kugelschreiber: Logo 40 × 8 mm mit Weiß und CMYK, etwa 0,02 ml pro Stift. 20 Stifte pro Auftrag in einer Halterung, also 0,06 ml Spülanteil pro Stift. Rohling 0,50 €. 15 Minuten Arbeitszeit für 20 Stifte.

PostenMetallposter A4 mit Weiß und LackKugelschreiber mit Logo
Tinte0,71 €0,02 €
Primer0,10 €0,02 €
Rohling4,00 €0,50 €
Strom0,03 €unter 0,01 €
Wartung und Verschleiß (Pauschale)0,30 €0,05 €
Ausschuss (10 % auf Material und Tinte)0,48 €0,05 €
Arbeitszeit4,17 €0,31 €
Gerät (Abschreibung)0,56 €0,03 €
Verpackung1,50 €0,10 €
Selbstkosten pro Stück11,85 €rund 1,08 €

Beim Kugelschreiber ist die Abschreibung niedriger angesetzt, weil viele Stifte in einem Durchgang laufen. Versand kommt jeweils noch dazu.

Zwei Dinge fallen auf: Beim Poster ist die Arbeitszeit größer als die Tinte. Beim Stift macht der Rohling fast die Hälfte aus. Wer Kosten senken will, schaut deshalb zuerst auf Einkauf und Abläufe.

Fürs Gewerbe

  • Verbrauch messen, nicht schätzen. Drucke jedes neue Produkt einmal zur Probe und notiere den Verbrauch aus der Software.
  • Aufträge bündeln. Spülvorgänge und Einrichtzeit verteilen sich auf mehr Teile.
  • Gebühren einrechnen. Marktplatz- und Zahlungsgebühren, Steuern und Retouren kommen auf die Selbstkosten oben drauf.
  • Reklamationen einplanen. Ein Ersatzteil, das du nachdruckst, kostet dich den vollen Stückpreis plus Versand.

Weiter mit: Folgekosten eines UV-Druckers und Produktideen für den UV-Druck.