Farbe, Weiß und Lack: Wie UV-Drucker Schicht für Schicht drucken
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Ein UV-Drucker kann Schichten übereinander drucken, weil jede Lage sofort hart wird. Genau das macht ihn so vielseitig: Mit Weiß als Grundierung leuchten Farben auch auf schwarzem Holz, mit Lack bekommt ein Motiv Glanz oder Struktur. Welche Reihenfolge du wählst, entscheidet über Aussehen, Druckzeit und Tintenverbrauch.
Die drei Bausteine
- Farbe (CMYK): ist lasierend, also leicht durchscheinend. Auf weißem Untergrund wirkt sie wie geplant, auf dunklem Untergrund kaum.
- Weiß: deckt den Untergrund ab und dient als Grundierung für die Farbe.
- Lack: klar, für Glanz, Schutz oder fühlbare Effekte.
Weil Farbe durchscheinend ist, hängt fast jede Schichtentscheidung an einer Frage: Was liegt hinter der Farbe, und von welcher Seite schaut man drauf?
Die wichtigsten Reihenfolgen
| Reihenfolge | Wann | Ergebnis |
|---|---|---|
| nur Farbe | weißer oder sehr heller Untergrund | dünn, schnell, Untergrund scheint leicht durch |
| Weiß, dann Farbe | dunkler, farbiger oder transparenter Untergrund, Ansicht von vorne | Farben leuchten wie auf Papier |
| Farbe, dann Weiß | transparentes Material, Ansicht von hinten (Glas, Acryl) | Motiv spiegelverkehrt drucken, Weiß deckt die Rückseite ab |
| Farbe, Weiß, Farbe | transparentes Material, Ansicht von beiden Seiten | beidseitig farbig, zum Beispiel Fensterbilder, Acrylaufsteller |
| … plus Lack obendrauf | als letzte Schicht bei jeder Variante | Glanz, Schutz oder Struktur |
Weiß unter Farbe
Der Standard für alles, was nicht weiß ist: dunkles Holz, Schiefer, eloxiertes Aluminium, farbiger Kunststoff. Ohne Weiß verschwinden helle Farbtöne fast völlig. Auf naturfarbenem Holz kann es aber gewollt sein, ohne Weiß zu drucken. Dann scheint die Maserung durch, das wirkt oft natürlicher.
Ein Tipp: Das Weiß nicht ganz bis an den Rand des Motivs drucken, sondern minimal kleiner anlegen. Sonst blitzt bei leichtem Versatz ein weißer Rand hervor.
Hinterglasdruck: Farbe, dann Weiß
Bei Glas oder Acryl, das von vorne betrachtet wird, aber von hinten bedruckt ist, druckst du zuerst die Farbe und darüber das Weiß. Das Motiv muss gespiegelt werden. Der Vorteil: Der Druck liegt geschützt hinter der Scheibe, die Vorderseite bleibt glatt und glänzend. Roland DG beschreibt diese Reihenfolge zum Beispiel für hinterleuchtete Acrylbilder.
Farbe, Weiß, Farbe
Für Objekte, die von beiden Seiten sichtbar sind. Die Weißschicht in der Mitte trennt die beiden Farbschichten. Die hintere Farbschicht muss gespiegelt sein. Diese Variante kostet am meisten Zeit und Tinte.
Lack obendrauf
Lack ist immer die letzte Schicht. Er kann vollflächig, nur auf einzelnen Bereichen (Spotlack) oder in mehreren Lagen für fühlbare Effekte gedruckt werden. Mehr dazu in Relief und Textur.
Weißdichte und Durchgänge
Eine einzelne Weißschicht deckt nicht immer vollständig. Auf sehr dunklem Material scheint der Untergrund leicht durch, Farben wirken dann stumpfer. Dafür gibt es zwei Stellschrauben:
- Weißdichte: Viele Programme erlauben eine Einstellung in Prozent. Mehr Dichte heißt mehr Tinte pro Fläche.
- Mehrere Durchgänge: Weiß wird zwei- oder dreimal übereinander gedruckt.
Wie viel Weiß du brauchst, hängt stark von der Deckkraft der Tinte ab. Roland DG weist darauf hin, dass schwach deckende Weißtinten mehrere Durchgänge brauchen, was mehr Tinte und Zeit kostet. Mach einen Probedruck mit Streifen in verschiedener Weißdichte auf deinem Material und entscheide nach Augenmaß.
Zu viel Weiß hat Nachteile: Die Schicht wird dicker, die Kante fühlbarer, und sie kann bei Biegung eher reißen.
Auswirkungen auf Zeit und Tintenverbrauch
Jede zusätzliche Schicht ist im Prinzip ein weiterer Druckvorgang über die gleiche Fläche. Grob gilt:
- Nur Farbe ist am schnellsten.
- Weiß plus Farbe dauert spürbar länger, je nach Gerät druckt es beides in einem Durchgang oder nacheinander.
- Farbe, Weiß, Farbe plus Lack kann ein Vielfaches der reinen Farbdruckzeit brauchen.
Beim Tintenverbrauch ist Weiß oft der größte Posten, weil es vollflächig und dicht gedruckt wird. Weißtinte ist bei vielen Herstellern auch teurer als Farbe. Die Druckersoftware zeigt häufig eine Schätzung vor dem Druck an. Nutze sie, um Varianten zu vergleichen.
In der Datei anlegen
Welche Schicht wo gedruckt wird, legst du entweder in der Druckersoftware fest oder schon in der Grafikdatei, zum Beispiel über eigene Ebenen oder Volltonfarben für Weiß und Lack. Wie das genau geht, steht in Druckdaten vorbereiten.
Fürs Gewerbe
Lege für jedes Produkt eine feste Schichtfolge fest und dokumentiere sie: Material, Weißdichte, Anzahl der Durchgänge, Lack ja oder nein. So sieht ein Nachdruck genauso aus wie das Original. Weiß und Lack treiben die Stückkosten und die Druckzeit am stärksten. Bei Kleinserien lohnt es sich, zu prüfen, ob ein Motiv auch mit weniger Weiß gut aussieht.
Weiter mit: Druckdaten vorbereiten und Lack im UV-Druck.