Vom Scan zum Druck: aufräumen, reparieren, exportieren
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Ein frischer Scan ist selten sofort druckbar. Meist hängen Reste vom Tisch daran, es gibt Löcher, und das Modell besteht aus Millionen Dreiecken. Mit ein paar Schritten wird daraus ein sauberes Druckmodell.
1. Aufräumen in der Scan-Software
Die Scan-Software des Herstellers ist der erste Schritt. CrealityScan, Revo Scan und die anderen Programme bieten die wichtigsten Werkzeuge direkt an:
- Störpunkte entfernen: Punkte, die nicht zum Objekt gehören, etwa vom Untergrund. Revo Scan kann Tischflächen automatisch entfernen.
- Ausrichten und Zusammenfügen: Mehrere Scans, zum Beispiel Ober- und Unterseite, zu einem Modell verbinden.
- Mesh erzeugen: Aus der Punktwolke ein geschlossenes Dreiecksnetz berechnen.
- Löcher schließen: Kleine Lücken lassen sich in den meisten Programmen automatisch füllen. CrealityScan bietet das automatisch oder manuell an.
Denk daran: Automatisch gefüllte Stellen sind geschätzt. Sie entsprechen selten genau dem Original. Für Ersatzteile, die passen müssen, scannst du fehlende Bereiche lieber nach.
2. Vereinfachen
Ein Scan kann sehr viele Dreiecke haben. Das macht Dateien groß und Slicer langsam. Reduziere die Dreiecksanzahl so weit, dass die Details, die du brauchst, erhalten bleiben. Die meisten Scan-Programme und MeshLab haben dafür eine Funktion.
3. Prüfen und reparieren
Für den Druck muss das Modell geschlossen sein, also ohne Löcher und ohne Fehler im Netz. Dafür gibt es kostenlose Programme:
- MeshLab: Open Source. Zum Bereinigen, Reparieren, Prüfen und Umwandeln von Dreiecksnetzen, auch von Scandaten. Aktuelle Version 2025.07.
- Blender mit der 3D Print Toolbox: Erweiterung ab Blender 4.2. Sie findet offene Stellen, repariert sie mit „Make Manifold“, misst das Modell und kann es mit gleichmäßiger Wandstärke aushöhlen.
- Meshmixer: Laut Autodesk wird Meshmixer nicht mehr weiterentwickelt und nicht mehr unterstützt, ist aber weiter kostenlos erhältlich. Für Einsteiger funktioniert er noch, Updates gibt es keine.
4. Größe prüfen
Der Scanner liefert das Modell in echter Größe. STL- und OBJ-Dateien speichern aber keine Einheit. Der Slicer nimmt meist Millimeter an. Prüf nach dem Import, ob die Maße stimmen. Miss dazu am echten Teil nach. Ist das Modell 10-mal oder 1.000-mal zu klein oder zu groß, wurde die Einheit falsch gelesen.
5. Wandstärke und Aushöhlen
Ein Scan ist ein voller Körper. Große Figuren druckst du sparsamer, wenn du sie aushöhlst. Achte dabei auf die Wandstärke: Für normale FDM-Teile nennt All3DP 0,8 bis 1,6 mm, also 3 bis 4 Linien bei einer 0,4-mm-Düse. Wände dünner als eine Linienbreite lässt der Slicer weg.
6. Exportieren
- STL für den Slicer, wenn du nur die Form brauchst.
- OBJ oder PLY, wenn die Farbe erhalten bleiben soll, etwa für einen Farbdruck oder für Games und 3D-Grafik.
- 3MF bieten manche Programme zusätzlich an, zum Beispiel die Einstar-Software.
Was rechtlich gilt
Das ist kein Rechtsrat, nur ein Überblick über die Grundlagen in Deutschland.
- Personen: Nach § 22 Kunsturhebergesetz dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet oder öffentlich gezeigt werden. Ob ein 3D-Scan als Bildnis gilt, regelt das Gesetz nicht ausdrücklich. Hol dir vor dem Scan eine Einwilligung, vor allem wenn du das Modell zeigen, verkaufen oder hochladen willst.
- Figuren und Kunstwerke: Werke der bildenden und angewandten Kunst sind nach § 2 Urheberrechtsgesetz geschützt. Nach § 53 sind einzelne Kopien für den privaten Gebrauch erlaubt, wenn sie keinem Erwerbszweck dienen. Diese Kopien dürfen aber weder verbreitet noch öffentlich gezeigt werden. Einen Scan einer geschützten Figur auf eine Modellplattform hochzuladen oder Drucke davon zu verkaufen, ist also nicht erlaubt.
- Eigene Teile und Ersatzteile: Für Marken- und Designrecht gelten eigene Regeln. Wenn du Nachbauten verkaufen willst, lass das vorher prüfen.
Quellen (8)
- Formlabs: How to Choose the Best 3D Scanner for 3D Printing
- Revopoint: 3D Scanning Tips and Tricks
- MeshLab und Blender 3D Print Toolbox
- Autodesk: Meshmixer im Autodesk Marketplace
- Wikipedia: STL (Dateiformat)
- Einstar: Spezifikationen mit Exportformaten
- All3DP: Wandstärke beim 3D-Druck
- dejure.org: § 22 KUG, § 2 UrhG und § 53 UrhG