Was ist 3D-Druck? Verfahren, Ablauf und Kosten einfach erklärt
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Beim 3D-Druck entsteht ein Gegenstand nicht durch Fräsen oder Gießen, sondern indem Material Schicht für Schicht aufgebaut wird. Deshalb heißt das Ganze auch additive Fertigung: Es wird nur dort Material hinzugefügt, wo später das Teil ist. Das macht Formen möglich, die mit anderen Verfahren kaum herzustellen wären, und es macht Einzelstücke bezahlbar.
Die drei wichtigsten Verfahren
| Verfahren | Material | Typisch für | Für zu Hause |
|---|---|---|---|
| FDM (Filamentdruck) | Kunststoffdraht auf Spulen | Halterungen, Deko, Prototypen, Ersatzteile | ja, am verbreitetsten |
| Resin (SLA, MSLA) | Flüssiges Kunstharz, das mit UV-Licht aushärtet | Miniaturen, Schmuckmodelle, sehr feine Details | ja, mit Vorsicht beim Umgang mit Harz |
| SLS (Pulverdruck) | Kunststoffpulver, das ein Laser verschmilzt | robuste Serienteile ohne Stützen | nein, Industrie |
Im Hobbybereich geht es fast immer um FDM. Ein Kunststoffdraht, das Filament, wird in einer heißen Düse geschmolzen und Linie für Linie auf eine Druckplatte gelegt. Ist eine Schicht fertig, fährt der Drucker ein kleines Stück nach oben und beginnt die nächste. Die meisten Inhalte in diesem Wiki beziehen sich auf FDM.
Resin-Drucker arbeiten anders: Ein Bildschirm belichtet jeweils eine ganze Schicht flüssiges Harz auf einmal. Die Details sind deutlich feiner, dafür sind Harz und Reinigung aufwendiger, und beim Umgang mit dem ungehärteten Harz braucht man Handschuhe und gute Belüftung.
Vom Modell zum fertigen Teil
Jeder FDM-Druck durchläuft dieselben vier Schritte:
- 3D-Modell besorgen oder erstellen. Fertige Modelle gibt es kostenlos auf Plattformen wie Printables, MakerWorld oder Thingiverse. Eigene Modelle entstehen in CAD-Programmen wie Fusion, Onshape oder Tinkercad.
- Im Slicer vorbereiten. Ein Slicer zerlegt das Modell in Schichten und berechnet daraus die Fahrbefehle für den Drucker. Hier stellst du Material, Layerhöhe, Füllung und Stützen ein.
- Drucken. Die Datei kommt per WLAN, USB-Stick oder Speicherkarte auf den Drucker. Ein kleines Teil dauert eine halbe Stunde, ein großes kann über einen Tag laufen.
- Nachbearbeiten. Teil vom Druckbett lösen, Stützstrukturen entfernen, bei Bedarf schleifen, kleben oder lackieren.
Was kann man damit drucken?
Die Möglichkeiten sind breiter, als viele denken:
- Haushalt: Halterungen, Haken, Organizer, Ersatzteile für Geräte, deren Originalteil es nicht mehr gibt
- Hobby: Figuren, Cosplay-Teile, Modellbau, Brettspiel-Zubehör
- Werkstatt: Vorrichtungen, Schablonen, Gehäuse für Elektronik
- Business: Prototypen, Kleinserien, personalisierte Produkte
Weniger geeignet sind Teile, die sehr heiß werden, dauerhaft mit Lebensmitteln in Kontakt kommen oder hohe Kräfte aushalten müssen. Das hängt aber stark vom Material ab: PLA wird schon im heißen Auto weich, technische Filamente wie PC oder Nylon halten deutlich mehr aus.
Was kostet der Einstieg?
| Posten | Grobe Größenordnung |
|---|---|
| Einsteigerdrucker | etwa 150 bis 400 € |
| 1 kg Filament (PLA, PETG) | etwa 15 bis 30 € |
| Zubehör (Spachtel, Seitenschneider, Isopropanol, Aufbewahrungsbox) | etwa 20 bis 50 € |
| Strom pro Druckstunde | meist wenige Cent |
Aus einem Kilogramm Filament entstehen viele kleine Teile. Ein typischer Handyhalter wiegt 20 bis 40 Gramm, die Materialkosten liegen also im Cent- bis niedrigen Eurobereich.
Aktuelle Einsteigerdrucker kalibrieren sich weitgehend selbst. Das größte Hindernis ist heute selten die Technik, sondern das Lernen der Begriffe. Dafür gibt es unser Glossar.
Wie geht es weiter?
Wenn du gerade einsteigst, lies als Nächstes, wie der erste Druck Schritt für Schritt gelingt. Welche Bauweise zu dir passt, erklärt der Artikel Bettschubser oder CoreXY. Welche Drucker es gibt und wie sie sich unterscheiden, siehst du im Druckervergleich.